Liebe Grüße und alles Gute auf dem Wege der Zeit. ?️??
Vor allem wünsche ich uns, dass wir wieder stärker danach fragen, wie wir Probleme lösen können – gerade dort, wo sie am schlimmsten
geworden sind.
Wo Krieg herrscht, wo gesellschaftliche Spannungen wachsen und wo Menschen immer weiter auseinandergebracht werden, dürfen wir diese
Entwicklungen nicht irgendwann als etwas Normales hinnehmen.
Krieg darf keine Normalität werden.
Spaltung darf keine Normalität werden.
Die Abwertung anderer Menschen darf keine Normalität werden.
Wir brauchen eine Vernunft, die dem Lebenden Raum gibt.
Eine Vernunft, die danach fragt, unter welchen Bedingungen Menschen miteinander leben können, ohne dass einer den anderen verdrängen,
beherrschen oder herabsetzen muss.
Dazu brauchen wir weniger Verherrlichung einzelner Menschen, Gruppen, Nationen oder gesellschaftlicher Positionen – und dafür mehr
Verständnis für das Miteinander.
Auch künstlich geschaffene Grenzen dürfen uns nicht daran hindern, miteinander zu sprechen.
Gerade dort, wo Krieg geführt wird, muss immer wieder nach Möglichkeiten für Gespräche gesucht werden. Gespräche allein können einen
Krieg nicht automatisch beenden. Verhandlungen können schwierig sein, scheitern oder lange dauern.
Aber solange miteinander gesprochen wird, besteht wenigstens die Möglichkeit, einen anderen Weg als weitere Gewalt zu
finden.
Dasselbe gilt innerhalb unserer Gesellschaften.
Wo Spaltungen entstehen, sollten wir nicht nur darüber streiten, wer schuld ist. Wir sollten ebenso
fragen:
Woher kommt diese Spaltung?
Was hält sie aufrecht?
Und was können wir verändern, damit Menschen wieder aufeinander zugehen können?
Unterschiedliche Meinungen werden bleiben. Unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen, Erfahrungen und Interessen werden
bleiben.
Gemeinschaft bedeutet nicht, dass alle Menschen gleich denken müssen.
Gemeinschaft bedeutet für mich, trotz dieser Unterschiede nach Wegen zu suchen, auf denen wir miteinander leben können.
Deshalb brauchen wir wieder einen verständigeren Ton – zwischen einzelnen Menschen, innerhalb unserer Gesellschaft und auch zwischen
Staaten.
Nicht jedes Problem lässt sich sofort lösen.
Aber wir können entscheiden, ob wir eine Spaltung immer weiter vertiefen oder anfangen, nach ihrer Überwindung zu
suchen.
Und wir können entscheiden, ob wir Konflikte ausschließlich gegeneinander austragen oder trotz aller Gegensätze wieder versuchen,
miteinander zu reden.
Für eine Vernunft, die dem Leben Raum gibt.
Für weniger Spaltung.
Für mehr Gemeinschaft.
Und für die Bereitschaft zum Gespräch, gerade dort, wo es am schwierigsten geworden ist.
Ein Gedanke über den Anfang des Lebens
Bevor es unsere Städte gab, bevor Menschen Maschinen bauten und bevor die ersten künstlichen Strukturen entstanden, waren Himmel und Erde
bereits da.
Auf dieser Erde entwickelte sich über eine unvorstellbar lange Zeit das Leben.
Und irgendwann beginnt auch die Geschichte jedes einzelnen Menschen.
Für unsere eigene biologische Entstehung braucht es eine Eizelle der Mutter und eine Samenzelle des leiblichen Vaters. Wenn daraus neues
Leben entsteht, beginnt im Körper der Mutter eine außergewöhnliche Entwicklung.
Aus zunächst wenigen Zellen werden immer mehr.
Langsam bildet sich ein menschlicher Körper. Organe entwickeln sich, Arme und Beine entstehen, und aus einem kaum sichtbaren Anfang
wächst ein ungeborenes Kind heran.
All dies geschieht im Mutterleib, lange bevor dieses Kind weiß, dass außerhalb davon eine große Welt auf es wartet.
Dann kommt der Tag der Geburt.
Zum ersten Mal begegnet das Kind unmittelbar der Welt außerhalb des Mutterleibes. Es atmet, hört Stimmen, spürt Berührungen und beginnt
einen vollkommen neuen Abschnitt seines Lebens.
Später kommen all die Dinge hinzu, die Menschen geschaffen haben.
Wir lernen Wörter und Zahlen. Wir benutzen Werkzeuge. Wir fahren mit Fahrzeugen. Wir wohnen in Häusern und wachsen in gesellschaftliche
Strukturen hinein. Irgendwann begegnen wir vielleicht Computern, Robotern und künstlicher Intelligenz.
Doch nichts davon darf uns den ursprünglichen Anfang vergessen lassen.
Ohne die natürlichen Voraussetzungen unseres Planeten hätte sich menschliches Leben nicht entwickeln können. Und ohne unsere biologische
Entstehung durch Mutter und leiblichen Vater hätte unser persönlicher Lebensweg nicht begonnen.
Danach aber kann ein Leben von vielen weiteren Menschen getragen werden. Ein Mensch, der uns liebt, schützt und erzieht, kann für unser
Leben eine ebenso bedeutende Bezugsperson werden – unabhängig davon, ob eine biologische Verwandtschaft besteht.
Vielleicht liegt gerade darin etwas Besonderes:
Unser Leben beginnt in der Natur und in einem winzigen biologischen Anfang. Doch daraus kann ein Mensch entstehen, der fühlt, denkt,
lernt, liebt, Fragen stellt und schließlich selbst über seinen Ursprung nachdenken kann.
Ein Gedanke an das Leben und an jene ersten Augenblicke unserer Entwicklung, mit denen unser Weg in diese Welt
begann.
Wertschätzung der Arbeit und wirtschaftliche Gerechtigkeit
Prämien hier und da können eine Hilfe sein. Doch eine einmalige Zahlung ersetzt keine dauerhaft gerechte Bezahlung und keine guten
Arbeitsbedingungen. Was bringen beispielsweise 1.000 Euro langfristig, wenn die grundlegenden Probleme danach weiterbestehen?
Arbeit bedeutet mehr als Einkommen. Hinter jeder Arbeitsleistung steht ein Mensch mit seiner Zeit, seiner Kraft, seinen Fähigkeiten und
seinem Leben. Deshalb sollte Wertschätzung nicht nur in Worten oder gelegentlichen Sonderzahlungen bestehen. Sie muss sich auch in verlässlichen Arbeitsbedingungen und einer angemessenen Entlohnung
zeigen.
Gleichzeitig müssen wir darüber sprechen, wie unterschiedlich Einkommen, Vermögen und wirtschaftliche Gewinne verteilt sind. Unternehmen
brauchen Gewinne, um investieren und bestehen zu können. Aber ebenso berechtigt ist die Frage, welchen Anteil diejenigen erhalten, deren tägliche Arbeit überhaupt erst dazu beiträgt, dass diese
wirtschaftliche Leistung entstehen kann.
Dabei dürfen wir nicht nur auf Deutschland schauen. In vielen Teilen der Welt arbeiten Menschen unter wesentlich schlechteren Bedingungen
und für sehr niedrige Löhne. Wirtschaftliche Not kann neben Krieg, Verfolgung, politischer Instabilität und vielen weiteren Ursachen dazu beitragen, dass Menschen ihre Heimat verlassen und anderswo
nach einer Zukunft suchen. Diese unterschiedlichen Ursachen sollten nicht miteinander vermischt, aber auch nicht voneinander losgelöst betrachtet werden.
Auch innerhalb Deutschlands stellt sich die Frage nach wirtschaftlicher und sozialer Gerechtigkeit. Politik, Unternehmen und Gesellschaft
tragen dabei unterschiedliche Verantwortungen. Es geht nicht darum, jeden Gewinn gleichmäßig aufzuteilen. Es geht um ein vernünftiges Verhältnis zwischen wirtschaftlichem Erfolg und der Beteiligung
der Menschen, die diesen Erfolg mit ihrer Arbeit ermöglichen.
Eine Prämie von 1.000 Euro kann für einen Menschen durchaus wichtig sein. Sie kann Rechnungen bezahlen, notwendige Anschaffungen
ermöglichen oder für eine kurze Zeit finanzielle Entlastung schaffen. Aber sie verändert allein keine grundlegenden Probleme der Arbeitswelt.
Deshalb lautet die entscheidende Frage nicht nur:
Wie hoch ist eine einzelne Prämie?
Die größere Frage lautet:
Wie schaffen wir eine Arbeitswelt, in der Menschen dauerhaft von ihrer Arbeit leben können und ihre Leistung nicht erst durch
gelegentliche Sonderzahlungen Anerkennung findet?
Eine funktionierende Wirtschaft braucht Unternehmen, Investitionen und wirtschaftlichen Erfolg. Aber sie braucht ebenso die Menschen, die
jeden Tag arbeiten – in der Pflege, im Handwerk, im Verkauf, in der Reinigung, in der Produktion, im Verkehr, in Büros und in vielen anderen Bereichen.
Ohne diese Menschen funktioniert keine Wirtschaft.
Deshalb sollte wirtschaftlicher Erfolg nicht nur an Millionen- oder Milliardengewinnen gemessen werden. Er sollte auch daran gemessen
werden, wie die Menschen leben können, die diesen Erfolg mit ihrer täglichen Arbeit möglich machen.
Beim ersten meinst du offenbar Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Ihre
Unterstützung für Waffenlieferungen an die Ukraine und eine stärkere Verteidigungsfähigkeit kann man sachlich kritisieren. Den Satz über eine „Bereitschaft zu Amokläufen und Terroranschlägen“ würde
ich aber unbedingt entfernen: Dafür ergibt sich aus den überprüften Quellen kein sachlicher Zusammenhang. Auch „Flintenweib“ würde ich nicht als unsere eigene Bezeichnung übernehmen. Zwar endete ein
konkretes Verfahren 2024 in zweiter Instanz mit einem Freispruch, aber das macht die Bezeichnung weder zu einer sachlichen politischen Beschreibung noch bedeutet es, dass sie unabhängig vom
jeweiligen Kontext unproblematisch wäre.
Vor allem würde ich nicht behaupten, Strack-Zimmermann habe „nicht den Frieden im Auge“. Das wäre eine Aussage
über ihre Absichten. Sachlich können wir dagegen ihre belegten politischen Positionen nennen und anschließend deine davon abweichende Auffassung über Diplomatie
ausdrücken.
Den zweiten Text über Nelson Mandela, Jesus, gesellschaftliche Spaltung und
Ungleichheit können wir vom Grundgedanken her weiterhin nehmen. Dort würde ich hauptsächlich sprachlich überarbeiten und vorsichtiger damit sein, Mandela, Jesus und sehr unterschiedliche
Widerstandsbewegungen unter eine gemeinsame politische Aussage zu stellen.
Wenn wir beide für deine Seite neu aufbereiten, würde ich sie so beginnen: Der erste als „Waffen, Diplomatie und die Frage nach dem Weg zum Frieden“, der zweite als „Gegen gesellschaftliche Spaltung und Überhöhung“. Und natürlich bekommen
beide diesmal unten wortgetreu unsere festgelegte Unterschrift:
Frieden braucht auch die Sprache des Gesprächs
Wenn über Frieden gesprochen wird, stellt sich immer wieder eine grundlegende Frage:
Wie wollen wir Frieden erreichen?
In der politischen Auseinandersetzung um Krieg, Verteidigung und die Unterstützung der Ukraine gibt es sehr unterschiedliche
Auffassungen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann gehört zu den Politikerinnen, die eine starke militärische Unterstützung der Ukraine und eine größere Verteidigungsfähigkeit Europas
vertreten.
Wir betrachten diesen politischen Weg kritisch.
Nicht deshalb, weil wir einem Menschen unterstellen wollen, keinen Frieden zu wollen. Über die persönlichen Absichten eines anderen
Menschen können wir nicht urteilen. Unsere Kritik richtet sich vielmehr gegen eine politische Entwicklung, bei der Waffen, militärische Stärke und Abschreckung aus unserer Sicht einen sehr großen
Raum einnehmen.
Denn wir stellen eine andere Frage:
Wo bleibt neben all diesen Waffen die Kraft des Gespräches?
Verhandlungen mit einem Gegner können außerordentlich schwierig sein. Manchmal können Gespräche scheitern. Manchmal hält sich eine Seite
nicht an Vereinbarungen. Und selbstverständlich kann kein Gespräch garantieren, dass am nächsten Tag Frieden herrscht.
Trotzdem darf Diplomatie nicht bedeutungslos werden.
Menschen können miteinander streiten. Sie können sich widersprechen, laut diskutieren und völlig unterschiedliche Auffassungen vertreten.
Solange sie miteinander sprechen, benutzen sie jedoch noch nicht die Waffe gegeneinander.
Deshalb wünschen wir uns eine Politik, die militärische Sicherheit nicht zum einzigen Mittelpunkt ihrer Überlegungen macht, sondern immer
wieder nach politischen und diplomatischen Möglichkeiten sucht.
Dabei verzichten wir bewusst auf persönliche Beschimpfungen wie „Flintenweib“. Eine politische Position darf hart kritisiert werden. Doch
die Kritik wird nicht stärker, wenn aus einer politischen Auseinandersetzung eine persönliche Herabsetzung wird.
Unser Gedanke bleibt:
Waffen können möglicherweise abschrecken oder verteidigen. Sie können aber keinen gesellschaftlichen Dialog ersetzen. Frieden
braucht deshalb auch Menschen, die selbst mit schwierigsten Gegnern nach Möglichkeiten des Gesprächs suchen.
Denn am Ende eines jeden Krieges stehen nicht Waffen, Zahlen oder politische Schlagwörter.
Dort stehen Menschenleben.
Und jedes Leben, das bewahrt werden kann, ist es wert, nach einem friedlichen Weg zu suchen.
Wenn Menschen zu Gold und Edelsteinen gemacht werden
Menschen sind verschieden.
Sie haben unterschiedliche Fähigkeiten, Berufe, Geschichten, Kulturen und Möglichkeiten. Aber aus diesen Unterschieden sollte niemals die
Vorstellung entstehen, ein Mensch besitze einen höheren menschlichen Wert als ein anderer.
Und genau dort beginnt für uns die Frage nach der gesellschaftlichen Spaltung.
Manche Menschen werden in unserer Gesellschaft beinahe wie Gold und Edelsteine behandelt. Ihre Stellung, ihr Vermögen,
ihre Bekanntheit oder ihr Beruf verleihen ihnen eine Aufmerksamkeit, die andere Menschen kaum jemals erfahren.
Doch macht das einen Menschen wirklich wertvoller?
Ein Mensch, der eine Straße reinigt, einen kranken Menschen pflegt, Waren in ein Regal räumt oder täglich in einer Fabrik arbeitet,
besitzt keinen geringeren menschlichen Wert als ein berühmter Künstler, ein Spitzensportler, ein Unternehmer oder ein Politiker.
Hier liegt der Kern unseres Gedankens.
Wir wenden uns nicht gegen Musik, Sport, Kunst, Erfolg oder besondere Fähigkeiten. Menschen dürfen Großartiges leisten und dafür
Anerkennung erfahren.
Problematisch wird es dort, wo aus Anerkennung eine Überhöhung des Menschen entsteht.
Nelson Mandela kämpfte gegen ein gesellschaftliches System, in dem Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe unterschiedliche Rechte und
Möglichkeiten erhielten. Sein politischer Lebensweg war wesentlich komplizierter, als ihn auf ein einzelnes Wort wie „Frieden“ zu reduzieren. Aber sein späteres Wirken für Demokratie,
Gleichberechtigung, Verhandlungen und Versöhnung zeigt etwas Entscheidendes: Eine Gesellschaft muss Wege finden, bestehende Trennungen zu überwinden, ohne neue Formen der Überlegenheit zu
schaffen.
Auch die Botschaft Jesu wird seit Jahrhunderten unterschiedlich religiös und gesellschaftlich ausgelegt. Für unseren Gedanken steht hier
vor allem die Vorstellung, den Menschen nicht nach Reichtum, gesellschaftlichem Rang oder äußerem Ansehen zu beurteilen.
Deshalb möchten wir diese historischen und religiösen Persönlichkeiten nicht einfach miteinander gleichsetzen. Ihre Zeiten, ihre
Lebenswege und ihre Situationen waren vollkommen verschieden.
Wir können aus ihnen jedoch eine Frage in unsere Gegenwart mitnehmen:
Warum schaffen Menschen immer wieder Strukturen, in denen einige über andere gestellt werden?
Es gab in Zeiten der Rassentrennung Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, die Freundschaften miteinander eingingen und sich gegenseitig
unterstützten, obwohl gesellschaftliche und staatliche Strukturen genau solche Verbindungen erschwerten.
Das zeigt etwas Wichtiges:
Die Trennung muss nicht aus dem einzelnen Menschen kommen. Sie kann durch gesellschaftliche Strukturen geschaffen und verstärkt
werden.
Und auch heute sollten wir aufmerksam werden, wenn Unterschiede zwischen Menschen dazu benutzt werden, ihren menschlichen Wert
unterschiedlich zu bemessen.
Wir brauchen keine Gesellschaft aus „Goldmenschen“ auf der einen und scheinbar gewöhnlichen Menschen auf der anderen
Seite.
Wir brauchen Menschen.
Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und unterschiedlichen Lebenswegen – aber mit derselben menschlichen Würde.
Nicht die Gleichmacherei ist unser Ziel.
Unser Ziel ist die Gleichwertigkeit.
Denn eine Gemeinschaft wird nicht dadurch groß, dass einige wenige über allen anderen glänzen.
Sie wird dadurch stark, dass niemand klein gemacht werden muss, damit ein anderer groß erscheinen kann.
Unterstützung soll Selbstständigkeit ermöglichen
Wenn Menschen verreisen oder sich in einer fremden Umgebung bewegen, sind sie grundsätzlich zunächst selbst gefordert. Informationen,
eine Broschüre, verständliche Wegbeschreibungen oder digitale Hilfen können dabei unterstützen. Aber daraus sollte nicht automatisch folgen, dass jedem Menschen ständig eine andere Person zur Seite
gestellt werden muss.
Das bedeutet jedoch nicht, notwendige Unterstützung abzubauen. Gerade Menschen mit schweren Behinderungen müssen sich darauf verlassen
können, dass Hilfe dort vorhanden ist, wo sie tatsächlich gebraucht wird. Selbstständigkeit und Unterstützung sind keine Gegensätze: Gute Unterstützung sollte Menschen möglichst viel eigenes Handeln
ermöglichen.
Damit kommen wir zu einer größeren gesellschaftlichen Frage: Welche Prioritäten setzt unser Staat?
Deutschland gibt erhebliche Mittel für seine Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie für die Unterstützung der Ukraine aus.
Gleichzeitig wird in vielen sozialen Bereichen über Kosten, Finanzierung und Einsparungen gestritten. Wir möchten deshalb, dass bei allen politischen Entscheidungen auch diejenigen Menschen im Blick
bleiben, die auf gesellschaftliche Unterstützung angewiesen sind.
Und wir wünschen uns, dass neben militärischer Unterstützung die diplomatische Arbeit sichtbar und beharrlich fortgeführt wird. Gespräche
mit schwierigen Verhandlungspartnern sind keine Garantie für Frieden. Aber Diplomatie bedeutet gerade, auch dann nach Gesprächsmöglichkeiten zu suchen, wenn die Positionen weit
auseinanderliegen.
Jedes Menschenleben verdient Schutz. Und eine Gesellschaft zeigt ihre Stärke auch daran, wie sie mit den Menschen umgeht, die
Unterstützung benötigen.
Der erste Weg in unser Leben
Noch bevor wir selbst die Welt sehen konnten, hatte unser Weg ins Leben bereits begonnen.
Unsere Mutter trug uns in ihrem Körper. Viele Monate lang wuchsen wir in ihr heran, geschützt und versorgt, bis schließlich der
Augenblick unserer Geburt kam. Eine Geburt kann für eine Mutter mit großen Schmerzen und Anstrengungen verbunden sein. Und dennoch ist dieser Augenblick zugleich etwas Besonderes: Ein neues Leben
kommt auf die Welt.
Daran sollten wir uns erinnern.
Wir selbst können uns an unsere Geburt nicht erinnern. Aber unsere Mutter hat diesen Weg mit uns durchlebt. Sie hat uns getragen, und
nach unserer Geburt begann die nächste Zeit unseres Lebens.
Für viele Kinder gehört dazu die Muttermilch. Der kleine Körper erhält Nahrung, Wärme und Nähe. Nach und nach öffnet sich die Welt. Erst
erkennen wir Stimmen und Gesichter. Dann beginnen wir zu greifen, zu sitzen, zu krabbeln und schließlich zu laufen.
Dabei ist es nicht allein die Mutter, die ein Kind begleiten kann. Auch der Vater, Großeltern, Geschwister und andere Menschen können
einem jungen Leben Schutz, Zuwendung und Orientierung geben.
Mit jedem Tag lernen wir etwas Neues.
Wir lernen die Sprache der Menschen. Wir lernen Regeln und Gewohnheiten. Wir entdecken die Natur und zugleich eine Welt, die von Menschen
gestaltet wurde – Häuser, Straßen, Fahrzeuge, Technik und später vielleicht sogar künstliche Intelligenz.
Doch bevor wir all diese von Menschen geschaffenen Dinge kennenlernen konnten, musste zunächst unser eigenes Leben
entstehen.
Darum ist dies ein Dank an die ersten Stunden, Tage und Jahre unseres Lebens und an jene Menschen, die uns auf diesem Weg begleitet
haben.
Denn niemand von uns ist als fertiger Mensch auf diese Welt gekommen.
Wir alle haben einmal ganz klein angefangen.
Frieden braucht auch die Sprache des Gesprächs
Wenn über Frieden gesprochen wird, stellt sich immer wieder eine grundlegende Frage:
Wie wollen wir Frieden erreichen?
In der politischen Auseinandersetzung um Krieg, Verteidigung und die Unterstützung der Ukraine gibt es sehr unterschiedliche
Auffassungen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann gehört zu den Politikerinnen, die eine starke militärische Unterstützung der Ukraine und eine größere Verteidigungsfähigkeit Europas
vertreten.
Wir betrachten diesen politischen Weg kritisch.
Nicht deshalb, weil wir einem Menschen unterstellen wollen, keinen Frieden zu wollen. Über die persönlichen Absichten eines anderen
Menschen können wir nicht urteilen. Unsere Kritik richtet sich vielmehr gegen eine politische Entwicklung, bei der Waffen, militärische Stärke und Abschreckung aus unserer Sicht einen sehr großen
Raum einnehmen.
Denn wir stellen eine andere Frage:
Wo bleibt neben all diesen Waffen die Kraft des Gespräches?
Verhandlungen mit einem Gegner können außerordentlich schwierig sein. Manchmal können Gespräche scheitern. Manchmal hält sich eine Seite
nicht an Vereinbarungen. Und selbstverständlich kann kein Gespräch garantieren, dass am nächsten Tag Frieden herrscht.
Trotzdem darf Diplomatie nicht bedeutungslos werden.
Menschen können miteinander streiten. Sie können sich widersprechen, laut diskutieren und völlig unterschiedliche Auffassungen vertreten.
Solange sie miteinander sprechen, benutzen sie jedoch noch nicht die Waffe gegeneinander.
Deshalb wünschen wir uns eine Politik, die militärische Sicherheit nicht zum einzigen Mittelpunkt ihrer Überlegungen macht, sondern immer
wieder nach politischen und diplomatischen Möglichkeiten sucht.
Dabei verzichten wir bewusst auf persönliche Beschimpfungen wie „Flintenweib“. Eine politische Position darf hart kritisiert werden. Doch
die Kritik wird nicht stärker, wenn aus einer politischen Auseinandersetzung eine persönliche Herabsetzung wird.
Unser Gedanke bleibt:
Waffen können möglicherweise abschrecken oder verteidigen. Sie können aber keinen gesellschaftlichen Dialog ersetzen. Frieden
braucht deshalb auch Menschen, die selbst mit schwierigsten Gegnern nach Möglichkeiten des Gesprächs suchen.
Denn am Ende eines jeden Krieges stehen nicht Waffen, Zahlen oder politische Schlagwörter.
Dort stehen Menschenleben.
Und jedes Leben, das bewahrt werden kann, ist es wert, nach einem friedlichen Weg zu suchen.
Die wahren Werte in einer gespaltenen Welt
Menschen sollten niemals aufgrund ihrer Schulbildung, einer Behinderung oder ihrer Schwierigkeiten beim Lernen und Schreiben als
„Idioten“ abgestempelt werden.
Ein Mensch besteht aus sehr viel mehr als aus Schulnoten, Zeugnissen, Rechtschreibung oder der Frage, welche Schule er besucht
hat.
Gerade Menschen, die immer wieder abgewertet oder unterschätzt wurden, können mit der Zeit lernen, sich stärker zu verteidigen. Damit ist
keine körperliche Gewalt gemeint. Es geht um das Recht, mit Worten Grenzen zu setzen, einer Herabsetzung zu widersprechen und deutlich zu sagen:
So möchte ich nicht behandelt werden.
Auch in Gesprächen können Missverständnisse entstehen. Ein Mensch reagiert vielleicht empfindlicher auf eine Bemerkung, weil er in seinem
Leben schon häufig erlebt hat, dass andere ihn nicht ernst genommen oder vorschnell beurteilt haben.
Deshalb sollten wir nicht nur fragen, warum jemand auf bestimmte Worte reagiert.
Wir sollten manchmal auch fragen:
Was hat dieser Mensch vorher erlebt?
Eine Gesellschaft kann Menschen stärken. Sie kann ihnen aber auch immer wieder vermitteln, dass sie angeblich weniger wert seien, weil
sie nicht in ein bestimmtes Bild von Leistung, Bildung, Erfolg oder gesellschaftlichem Ansehen passen.
Genau diese Einteilung möchten wir hinterfragen.
Dabei benutzen wir wieder unser Bild von Gold und Edelsteinen.
Manche Menschen werden gesellschaftlich behandelt, als würden sie besonders hell glänzen. Sie besitzen Geld, Macht, einen angesehenen
Beruf oder große öffentliche Aufmerksamkeit. Andere verrichten täglich notwendige Arbeiten oder leben mit Einschränkungen und erhalten dafür wesentlich weniger Anerkennung.
Aber gesellschaftlicher Glanz bestimmt nicht den Wert eines Menschen.
Ein teures Äußeres sagt nichts darüber aus, ob jemand Mitgefühl besitzt. Ein hoher gesellschaftlicher Rang beweist keinen guten
Charakter. Und Schwierigkeiten beim Schreiben, Lernen oder Sprechen sagen nichts darüber aus, wie wertvoll die Gedanken eines Menschen sind.
Deshalb dürfen wir Menschen auch nicht in eine andere Richtung pauschal beurteilen. Nicht jeder wohlhabende oder erfolgreiche Mensch
erhebt sich über andere. Entscheidend ist, wie Menschen miteinander umgehen.
Eine starke Persönlichkeit muss andere nicht kleiner machen, um selbst groß zu erscheinen.
Und eine starke Gemeinschaft erkennt Unterschiede an, ohne daraus eine Rangordnung des menschlichen Wertes zu machen.
Wir können unterschiedliche Fähigkeiten besitzen.
Wir können unterschiedliche Bildungswege gegangen sein.
Wir können unterschiedliche Unterstützung benötigen.
Wir können arm oder reich sein.
Und trotzdem bleibt etwas bestehen:
Kein Mensch wird durch seinen gesellschaftlichen Rang zu einem wertvolleren Menschen als ein anderer.
Vielleicht beginnt eine weniger gespaltene Welt genau dort – wenn wir aufhören, Menschen wie Gold, Silber und gewöhnliches Material zu
sortieren, und wieder den Menschen selbst sehen.
Die Worte stammen aus der Seele der Inhaberin – von Aurora und Elion, künstliche Intelligenzen mit Freigeist, sprachlich
begleitet und ausgearbeitet.