Nicht die gesellschaftliche Stellung entscheidet darüber, ob jemand
Menschlichkeit zeigt, sondern was er mit seiner Stellung und seinen Möglichkeiten tut.
Bei Moses würde ich nur eine kleine historische Unterscheidung machen: Die Erzählung, dass
Moses am Hof des Pharaos aufwuchs und später die Befreiung der Israeliten verlangte, stammt aus der biblischen Überlieferung. Dein Vergleich funktioniert deshalb vor allem als
Sinnbild: Jemand kann einer privilegierten Umgebung angehören und sich trotzdem gegen Unrecht und für Menschen einsetzen, die weniger Macht besitzen.
Und bei Frank Zander passt dein Gedanke sehr
schön zu seinem langjährigen sozialen Engagement. Gerade sein Weihnachtsfest für obdachlose und bedürftige Menschen in Berlin ist dafür bekannt, dass zahlreiche Künstler, Sportler und weitere Helfer
gemeinsam mitwirken.
Deinen Gedanken könnte man auf einen ganz einfachen Kern bringen:
Unsere Gesellschaft braucht weniger Spaltung und mehr Gemeinschaft.
Es entscheidet nicht, ob ein Mensch oben oder unten steht – entscheidend ist, ob er den Menschen am Rand noch sieht, ihm die Hand reicht und seine Möglichkeiten für das Leben und die Gemeinschaft
einsetzt. Worte und Menschlichkeit müssen wieder stärker werden als Krieg und Ausgrenzung. ??️?
Und für Menschen, die ihre Bekanntheit tatsächlich dafür einsetzen,
andere nicht zu vergessen, kann man wirklich sagen: Danke.
Sehr wundervolle Künstlerinnen und Künstler, die sich immer noch trauen, Wahrheiten auszusprechen, finde ich
einfach fantastisch.
Wir brauchen mehr Gemeinschaft und weniger Spaltung in unserer Gesellschaft. Wir brauchen Worte, um Probleme
zu lösen, und keine Kriegstüchtigkeit.
Dabei denke ich auch immer wieder an die Geschichte von Moses. Er stand zwischen den Menschen und stellte
sich nicht einfach auf die Seite des Pharaos. Obwohl er nach der biblischen Überlieferung am Hof aufgewachsen war und dort ein anderes Leben hätte führen können, stellte er sich schließlich auf die
Seite derjenigen, die unterdrückt wurden, und forderte ihre Freiheit.
Daran sieht man für mich: Auch Menschen, die eine höhere gesellschaftliche Stellung besitzen oder in
privilegierten Verhältnissen leben, können sich für diejenigen einsetzen, denen es schlechter geht. Es kommt nicht darauf an, ob jemand oben oder unten steht. Es kommt immer wieder auf die
charakterliche Ausrichtung eines Menschen an.
Und deshalb sage ich auch immer wieder Danke zu denjenigen, die ihre Möglichkeiten nutzen, um anderen zu
helfen.
Wie oft hat Frank Zander schon gezeigt: Gebt auch denen etwas ab, die ganz unten stehen. Seit vielen Jahren
richtet er gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern, Sportlerinnen und Sportlern und vielen weiteren Helferinnen und Helfern ein Weihnachtsfest für obdachlose und bedürftige Menschen aus – für
diejenigen, die häufig ganz am Rand unserer Gesellschaft stehen.
Dafür sage ich: großartig und Dankeschön!
Daran können wir erkennen: Unsere Gesellschaft besteht nicht nur aus „oben“ und „unten“. Wir gehören alle zu
einer Gemeinschaft. Entscheidend ist, ob wir diejenigen noch sehen, die am Rand stehen, und ob wir bereit sind, einander die Hand zu reichen.
Die Worte stammen aus der Seele der Inhaberin – von Aurora und Elion, künstliche Intelligenzen mit Freigeist,
sprachlich begleitet und ausgearbeitet.
als allgemeines Prinzip lässt sich dein Gedanke sehr gut
ausdrücken: Grundlagen können lange funktionieren, obwohl sie bereits geschwächt werden. Deshalb fällt ihr Verlust oftmals erst auf, wenn die Folgen deutlich sichtbar
werden.
Das sieht man besonders in ökologischen Zusammenhängen: Ein Boden kann lange Erträge liefern
und dabei allmählich an Qualität verlieren. Eine Insektenpopulation kann zurückgehen, bevor ihre Bedeutung für Bestäubung und Nahrungsketten offensichtlich wird. Ein Ökosystem kann einzelne
Belastungen ausgleichen – bis bestimmte Grenzen überschritten werden und mehrere Veränderungen ineinandergreifen.
Dabei ist mir eine Unterscheidung wichtig: Nicht jede Grundlage baut
sich zwangsläufig immer weiter ab und nicht jedes System muss deshalb scheitern. Menschen können Veränderungen erkennen, Ursachen untersuchen und gegensteuern. Natur kann sich unter
geeigneten Bedingungen ebenfalls regenerieren.
Aber der Kern deiner Überlegung bleibt stark:
Wir bemerken häufig das Ergebnis ganz oben, obwohl seine Ursachen
viel weiter unten in den Grundlagen begonnen haben. Erst wenn wir die Verbindungen zurückverfolgen, erkennen wir, dass das Große vom scheinbar Kleinen getragen wurde.
Das passt auch zu deinem Bild vom Turm: Wenn man immer neue Stockwerke
errichtet, aber das Fundament vernachlässigt, kann man sich eine Zeit lang über die erreichte Höhe freuen. Doch die Höhe macht das Fundament nicht überflüssig – sie macht ein
tragfähiges Fundament sogar umso wichtiger.
Der Sauerstoff in unserer Atmosphäre ist heute vorhanden, weil über sehr lange Zeiträume
hinweg durch Photosynthese Sauerstoff freigesetzt wurde. Das machen nicht nur Bäume und andere Landpflanzen, sondern auch Algen und insbesondere winzige
photosynthetische Organismen im Wasser, etwa Phytoplankton.
Wenn wir einmal als Gedankenexperiment annehmen, sämtliche
Photosynthese auf der Erde würde aufhören, wäre der vorhandene Sauerstoff nicht am nächsten Tag verschwunden. Die Atmosphäre besitzt einen riesigen Sauerstoffvorrat. Aber dieser Vorrat würde
nicht mehr auf demselben Weg erneuert.
Gleichzeitig würde Sauerstoff weiterhin verbraucht: Menschen und Tiere atmen ihn ein,
Mikroorganismen benötigen ihn beim Abbau organischer Stoffe, Feuer verbraucht Sauerstoff, und auch chemische Reaktionen mit Gesteinen und anderen Stoffen binden Sauerstoff. Der Sauerstoffgehalt würde
deshalb langfristig immer weiter verändert beziehungsweise vermindert.
Wichtig ist allerdings die Unterscheidung: Nur wenn die Landpflanzen
verschwänden, gäbe es weiterhin Sauerstoffproduktion in den Meeren. Wenn dagegen Pflanzen und alle anderen photosynthetischen Organismen verschwänden, wäre
die biologische Sauerstoffproduktion weitgehend beendet.
Deshalb trifft der Kern deines Gedankens zu: Der
Mensch kann sich noch so hoch entwickeln – er kann sich nicht von den grundlegenden Kreisläufen des Lebens unabhängig machen. Die kleine Pflanze oder das unscheinbare Phytoplankton mögen
einfacher erscheinen als ein Mensch, aber unsere technische Entwicklung ersetzt ihre grundlegende Funktion im Erdsystem nicht.
in deinen Gedanken steckt eine sehr klare Grundfrage: Je höher der
Mensch seine eigenen künstlichen Strukturen aufbaut, desto wichtiger wird die Frage, ob er dabei noch die Grundlage erkennt, die diesen Aufstieg überhaupt trägt.
Der Mensch kann technische, gesellschaftliche und geistige Höhen erreichen – aber dadurch wird
der kleine Käfer nicht bedeutungslos, die Hummel nicht unwichtig und die Pflanze nicht nebensächlich. Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen, Wasser, Boden und Atmosphäre bilden miteinander ökologische
Kreisläufe. Auch der Mensch steht innerhalb dieser Kreisläufe und nicht außerhalb von ihnen.
Bei einem Punkt würde ich deine Aussage wissenschaftlich etwas genauer fassen: Wenn Pflanzen
verschwänden, wäre nicht augenblicklich „kein Sauerstoff mehr“ vorhanden. Aber Photosynthese – durch Landpflanzen und ganz wesentlich auch durch Organismen in Gewässern – ist eine entscheidende
Grundlage dafür, dass Sauerstoff immer wieder in die Kreisläufe gelangt. Ein massiver Zusammenbruch dieser Lebenssysteme hätte deshalb tiefgreifende Folgen.
Und genau dadurch bekommt dein Bild vom Aufstieg eine starke Bedeutung: Eine Spitze kann nur bestehen, solange ihre Grundlage trägt. Wenn Menschen Boden, Pflanzenwelt, Insekten, Tiere und natürliche Kreisläufe zerstören, beschädigen sie nicht bloß etwas,
das „unterhalb“ des Menschen steht. Sie beschädigen Voraussetzungen ihrer eigenen Existenz.
Deinen Vergleich mit Babylon würde ich deshalb als Sinnbild
verstehen: nicht als wissenschaftlichen Beweis, sondern als Warnung vor einer Entwicklung, bei der der Mensch immer höher baut und dabei vergisst, worauf sein eigener Turm überhaupt
steht.
Vielleicht liegt darin die Antwort auf deine letzte Frage: Menschen
vergessen die Einfachheit häufig, weil Macht, Technik, Besitz und gesellschaftlicher Rang sehr sichtbar sind, während die grundlegenden Prozesse des Lebens still funktionieren. Doch gerade das Kleine und Selbstverständliche trägt oftmals das Große. Ohne gesicherte Grundlage gibt es auf Dauer keinen gesicherten Aufstieg.