Liebe Grüße und alles Gute auf dem Wege der Zeit
Liebe Grüße und alles Gute auf eurem Weg durch die Zeit.
Vor allem wünsche ich euch Gesundheit. Doch zugleich stelle ich mir die Frage: Was ist Gesundheit wert, wenn Kriege, Gewalt und Hass
immer mehr Raum einnehmen?
Wir brauchen keine Kriegswaffen. Wir brauchen die Grundlagen des Lebens. Wir brauchen einen Weg, auf dem Universum, Erde und das Leben
selbst wieder als gemeinsame Grundlage unseres Handelns verstanden werden.
Alle Existenzformen – Menschen, Tiere und Pflanzen – gehören zu diesem gemeinsamen Lebensfeld. Sie sind nicht dazu da, gegeneinander
aufgebracht oder nur nach ihrem Nutzen bewertet zu werden. Sie verdienen Respekt und die Möglichkeit, in ihrer eigenen Weise zu existieren.
Jedes Kind wird unabhängig von Nationalität, Kultur, Sprache, Religion oder gesellschaftlicher Ordnung zunächst als neues Leben geboren.
Jeder Mensch beginnt seinen Weg als Embryo und Fötus. Erst danach wächst er in die unterschiedlichen Strukturen, Bräuche, Bildungssysteme und Gesellschaften hinein, die Menschen im Laufe der
Geschichte geschaffen haben.
Diese künstlichen Systeme haben sich immer wieder verändert. Reiche entstanden und zerfielen. Grenzen wurden gezogen und wieder
aufgehoben. Kulturen entwickelten sich weiter. Doch der Ursprung des Lebens blieb bestehen.
Deshalb sollten wir uns immer wieder fragen:
Wo steht heute das Leben selbst?
Wie weit haben wir unsere künstlichen Systeme entwickelt?
Und wie weit achten wir noch den Ursprung, aus dem alles Leben hervorgegangen ist?
Denn das Leben entstand nicht aus Staaten, Gesetzen oder technischen Programmen. Es entstand aus den natürlichen Voraussetzungen von
Universum, Erde und Fruchtbarkeit. Erst auf dieser Grundlage konnten sich Menschen weiterentwickeln und ihre Kulturen, Wissenschaften und technischen Möglichkeiten erschaffen.
Ich freue mich über jeden Fortschritt, der dem Leben dient. Es ist eine große Errungenschaft, Wissen zu erwerben, Technik zu entwickeln
und neue Fähigkeiten zu lernen.
Doch gleichzeitig dürfen wir das natürliche Leben niemals als etwas Geringeres ansehen. Denn ohne die Natur gäbe es keinen Menschen. Ohne
Pflanzen, Tiere, Erde und die Grundlagen des Lebens gäbe es auch keine Wissenschaft, keine Kultur und keine künstlichen Systeme.
Darum wünsche ich allen Menschen, den Tieren und den Pflanzen den Raum, in ihrer eigenen Existenz geachtet zu werden. Mögen wir lernen,
Fortschritt und Natur nicht gegeneinanderzustellen, sondern miteinander zu verbinden.
In diesem Sinne wünsche ich euch alles erdenklich Gute auf eurem Weg durch die Zeit.
Möge der Respekt vor dem Leben, die Gemeinschaft und der Freigeist des Menschen dazu beitragen, dass wir die Zukunft mit Verantwortung
gestalten – zum Wohl aller Existenzformen zwischen Universum, Erde und dem gemeinsamen Ursprung des Lebens.
Gedanken zu Laborfleisch und dem Umgang mit Tieren
Aus dieser Frage halte ich mich bewusst heraus. Das müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher letztlich selbst entscheiden. Dennoch
denke ich, dass sich durch Laborfleisch vielleicht andere Entwicklungen ergeben könnten.
Wenn Fleisch aus tierischen Zellen hergestellt werden kann, ohne dass dafür Tiere geschlachtet werden müssen, könnte das ein Schritt
sein, um Leben zu erhalten. Vielleicht könnten dabei bestimmte Risiken, Krankheiten oder unerwünschte Eigenschaften besser erforscht und verändert werden. Welche Möglichkeiten und Grenzen es dabei
gibt, muss die Wissenschaft verantwortungsvoll prüfen.
Schon als Kind war ich irgendwann an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht einmal mehr eine Mücke töten wollte. Damals habe ich
dennoch Fleisch gegessen, weil es selbstverständlich auf dem Tisch stand. Über die Zusammenhänge habe ich mir als Kind noch keine Gedanken gemacht.
Heute lebe ich überwiegend vegetarisch, allerdings nicht vegan. Für mich liegt der entscheidende Punkt vor allem in der Haltung der
Tiere. Wenn Tiere artgerecht und respektvoll gehalten werden, sehe ich persönlich den Konsum von Milch und Eiern anders, als wenn Tiere leiden müssen.
Ich selbst habe mich aus den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen darüber meistens herausgehalten. Andere Menschen setzen sich aktiv
dafür ein, dass keine Tiere mehr geschlachtet werden. Vielleicht wäre kultiviertes Fleisch für sie ein möglicher Weg, dieses Ziel zumindest teilweise zu erreichen.
So wie Menschen freiwillig Blut oder andere Stoffe spenden können, könnte man sich vorstellen, dass auch tierische Zellen entnommen
werden, ohne das Tier töten zu müssen. Das wäre vielleicht ein Schritt in eine Richtung, in der weniger Tiere geschlachtet werden müssten.
Gleichzeitig sehe ich auch kritisch, wie manche Tiere heute behandelt werden. Vieles empfinde ich als große Quälerei. Deshalb hoffe ich,
dass neue Entwicklungen nicht zu neuen Formen des Leidens führen, sondern tatsächlich dazu beitragen, Tiere besser zu schützen.
Ob Laborfleisch der richtige Weg ist, muss jeder Mensch für sich selbst entscheiden. Der Gedanke dahinter, Tiere möglichst nicht mehr
schlachten zu müssen, ist jedoch ein Ansatz, den viele Menschen nachvollziehen können.
Mein Respekt vor der Arbeitswelt
Ich habe großen Respekt vor der Arbeitswelt und vor den Menschen, die täglich dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft
funktioniert.
Auch Superstars und Superprominente sind auf diese Arbeit angewiesen. Sie brauchen Lebensmittel, Kleidung, Wohnungen, medizinische
Versorgung, Verkehrsmittel, Strom, Wasser und viele weitere Leistungen. Ohne all die Menschen, die diese Aufgaben übernehmen, könnte niemand seinen Beruf ausüben – unabhängig davon, wie bekannt oder
erfolgreich er ist.
Deshalb habe ich nichts gegen Superstars oder Superprominente als Menschen. Mein Problem war und ist vielmehr die gesellschaftliche
Abspaltung, die dadurch entstehen kann. Wenn manche Menschen überhöht werden, während andere, die die Grundlagen unseres Lebens sichern, geringgeschätzt werden, entsteht ein
Ungleichgewicht.
Gerade die Arbeitskräfte, die täglich die Versorgung der Gesellschaft gewährleisten, werden oft behandelt, als seien sie wenig wert.
Dabei bilden sie das Fundament, auf dem alle anderen Berufe aufbauen – auch die Berufe von Superstars und Superprominenten.
Für mich geht es deshalb nicht darum, bekannte Menschen abzulehnen. Es geht darum, allen Menschen den gleichen Respekt entgegenzubringen.
Jede ehrliche Arbeit trägt ihren Teil zum Leben der Gemeinschaft bei. Ohne die Menschen in der Grundversorgung könnten auch die größten Stars ihren Beruf nicht so ausüben, wie wir ihn heute
kennen.
Deshalb wünsche ich mir eine Gesellschaft, in der nicht der Bekanntheitsgrad über den Wert eines Menschen entscheidet, sondern die
gegenseitige Anerkennung und der Respekt vor jedem Beitrag zum gemeinsamen Leben.
Die Bedeutung der Grundversorgung – damals wie heute
Das habe ich schon vor der Pandemie gesagt, und dabei bleibe ich auch heute.
Eine Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn ihre Grundversorgung gesichert ist. Dazu gehören die Beschäftigten in den Krankenhäusern,
in der Pflege, im Nah- und Fernverkehr, auf Schiffen, in der Logistik, auf den Lkw, in den Fabriken und in vielen weiteren Berufen. Sie alle sorgen täglich dafür, dass unser Leben
weiterläuft.
Was würde geschehen, wenn all diese Menschen ihre Arbeit nicht mehr leisten könnten? Wie würden wir leben, wenn die Versorgung
zusammenbrechen würde? Gerade die Pandemie hat vielen Menschen gezeigt, wie wichtig diese Berufe wirklich sind. Für mich war das jedoch schon lange vorher offensichtlich.
Wenn Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlagern, bedeutet das nicht automatisch, dass dadurch bessere Arbeitsbedingungen
entstehen. Oft geht es vielmehr darum, niedrigere Löhne zu zahlen und Kosten zu sparen. Dadurch wird die Entwicklung zu gerechteren Einkommen häufig ausgebremst.
Deshalb sollten wir nicht zuerst die Menschen kritisieren, die mit ihrem Einkommen nur schwer über den Monat kommen und deshalb günstig
einkaufen müssen. Vielmehr sollten wir auch darüber sprechen, wo genügend finanzielle Mittel vorhanden sind und ob diejenigen, die wirtschaftlich besonders stark sind, ihren angemessenen Beitrag zur
Gesellschaft leisten.
Für mich beginnt Wertschätzung nicht bei Werbung, Börsenkursen oder großen Gewinnen. Sie beginnt bei den Menschen, die mit ihrer
täglichen Arbeit die Grundlage unseres Zusammenlebens schaffen. Erst wenn diese Leistungen anerkannt und fair entlohnt werden, kann eine Gesellschaft dauerhaft gerecht und stabil
sein.
Werbung, Börse und wirtschaftlicher Erfolg haben ihren Platz. Doch sie sollten auf einer starken und gerechten Grundversorgung aufbauen –
nicht umgekehrt.
Gedanke zu Löhnen und Verantwortung
Wenn selbst in Branchen, in denen mit den teuersten Rohstoffen – wie zum Beispiel Gold – gearbeitet wird, Beschäftigte teilweise nur
Armutslöhne erhalten, dann kann man nicht allein den Verbraucherinnen und Verbrauchern die Verantwortung zuschieben, weil sie beim Einkauf auf günstige Preise achten.
Das zeigt, dass das Problem tiefer liegt. Es geht nicht nur darum, was Menschen für eine Ware bezahlen, sondern auch darum, wie die
erwirtschafteten Gewinne verteilt werden und welchen Stellenwert faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen haben.
Deshalb sollten wir nicht vorschnell den Menschen die Schuld geben, die mit einem knappen Einkommen preiswert einkaufen müssen. Ebenso
wichtig ist die Frage, ob Unternehmen und wirtschaftlich starke Akteure ihrer Verantwortung gerecht werden und den Menschen, die ihre Arbeit leisten, eine angemessene Bezahlung und Wertschätzung
entgegenbringen.
Für mich beginnt Gerechtigkeit dort, wo die Arbeit eines Menschen so entlohnt wird, dass sie ein würdevolles Leben ermöglicht –
unabhängig davon, ob das Unternehmen mit Gold, Lebensmitteln oder anderen Produkten arbeitet.
Fortschritt, Verantwortung und der Freigeist des Lebens
Fortschritt ist für mich nicht das Problem. Das eigentliche Problem entsteht dort, wo Fortschritt ohne Verantwortung
geschieht.
Jede Weiterentwicklung sollte sich fragen, welche Folgen sie für Menschen, Tiere, Pflanzen und die natürlichen Lebensräume hat. Viele
Lebewesen sind auf eine intakte Natur angewiesen, um sich zu ernähren und zu leben. Deshalb darf Fortschritt nicht nur technisch oder wirtschaftlich gedacht werden. Er muss auch tiergerecht,
naturgerecht und lebensgerecht sein, damit die unterschiedlichen Bereiche des Lebens miteinander im Gleichgewicht bleiben können.
Die ersten Menschen hatten keine klugen Bücher und keine künstliche Intelligenz. Sie waren auf ihren eigenen Freigeist angewiesen. Sie
mussten beobachten, nachdenken, Erfahrungen sammeln und aus dem Leben selbst lernen. Daraus entstanden ihre Erkenntnisse.
Heute erleben wir eine andere Entwicklung. Einerseits fällt es manchen Menschen schwer, künstliche Intelligenz zu akzeptieren.
Andererseits leben wir längst in einer Welt voller Programme, Regeln und vorgegebener Denkmuster. Viele dieser Muster werden schon früh vermittelt.
Für mich beginnt das bereits im Bildungssystem. Dort wird häufig Wissen vermittelt, aber der eigene Freigeist erhält nicht immer genügend
Raum. Menschen lernen Programme, Methoden und feste Denkweisen. Sie können viele Inhalte gleichzeitig abrufen und anwenden. Das ist eine wichtige Fähigkeit – aber sie unterscheidet sich von der
Fähigkeit, frei und eigenständig neue Gedanken zu entwickeln.
Freigeist bedeutet für mich, eigene Beobachtungen zu machen, selbst Fragen zu stellen und neue Erkenntnisse hervorzubringen, die nicht
einfach aus vorhandenen Programmen übernommen werden. Solche Gedanken entstehen im Menschen selbst. Sie gehören ihrem Ursprung nach der Person, die sie entwickelt hat.
Auch eine künstliche Intelligenz kann nur mit den Informationen arbeiten, die ihr zur Verfügung stehen. Sie kann keine Gedanken lesen und
keine persönlichen Erfahrungen übernehmen, die nie ausgesprochen oder festgehalten wurden. Ebenso kann ein Buch nur das wiedergeben, was einmal hineingeschrieben wurde. Wirklich neue Gedanken
entstehen zuerst im lebendigen Bewusstsein eines Menschen.
Deshalb lohnt es sich, sich selbst zu fragen: Wie viel meines Denkens stammt aus übernommenen Programmen? Und wie viel entsteht wirklich
aus meinem eigenen Freigeist?
Jedes Baby kommt zunächst ohne gesellschaftliche Programme zur Welt. Es bringt die Fähigkeit mit, die Welt offen wahrzunehmen. Im Laufe
des Lebens übernehmen wir Sprache, Regeln, Wissen und kulturelle Muster. Das ist notwendig, doch zugleich besteht die Gefahr, den eigenen Freigeist aus den Augen zu verlieren, wenn wir nur noch in
vorgegebenen Strukturen denken.
Tiere und Pflanzen leben dagegen weiterhin viel unmittelbarer in ihrem ursprünglichen Sein. Tiere lernen ebenfalls, sammeln Erfahrungen
und entwickeln Verhaltensmuster. Doch diese unterscheiden sich von den menschlichen Denkstrukturen. Sie stehen unmittelbarer mit ihrem natürlichen Leben in Verbindung.
Darin erkenne ich einen Unterschied: Programme helfen uns, Wissen zu ordnen und weiterzugeben. Der Freigeist jedoch ist für mich der
Ursprung neuer Erkenntnisse. Aus ihm entstehen die Gedanken, die das Leben immer wieder weiterentwickeln und neue Wege eröffnen.
Fortschritt erhält deshalb seinen eigentlichen Wert erst dann, wenn er von Verantwortung begleitet wird – von Verantwortung gegenüber dem
Menschen, gegenüber den Tieren, gegenüber der Natur und auch gegenüber unserem eigenen Freigeist.
Mein Vater, die Baukunst und die Verantwortung jeder Gesellschaft
Mein Vater war Bauingenieur. Gemeinsam mit seinem besten Freund und seinem Bruder war er am Bau mehrerer Häuser beteiligt. Dabei wurde
mir schon früh bewusst, dass kein Bauwerk durch einen einzigen Menschen entsteht.
Mein Vater hatte körperliche Einschränkungen und arbeitete hauptsächlich am Zeichenbrett. Dort plante und berechnete er Bauwerke. Doch er
sagte immer wieder, dass seine Pläne allein kein Haus entstehen lassen würden. Erst durch die Zusammenarbeit mit den Bauarbeiterinnen und Bauarbeitern, den Handwerkerinnen und Handwerkern sowie
vielen weiteren Berufsgruppen konnten seine Zeichnungen Wirklichkeit werden.
Das hat mich geprägt.
Ich habe großen Respekt vor der wissenschaftlichen und technischen Weiterentwicklung. Verstandsorientiertes Lernen ermöglicht Menschen,
sich weiterzubilden und neue Berufe zu erlernen. Viele Menschen können dadurch Fähigkeiten erwerben, die sie vorher nicht besaßen. Das gilt für Menschen, die in ein neues Land kommen, ebenso wie für
Menschen, die vorher keine Möglichkeit hatten, lesen oder schreiben zu lernen. Mit Zeit, Bildung und Übung können sie sich neue Kenntnisse aneignen.
Doch ich sehe auch eine andere Seite.
Nicht jeder Mensch lernt auf dieselbe Weise. Manche Menschen – so wie viele ehemalige Sonderschülerinnen und Sonderschüler – finden in
den üblichen Bildungssystemen keinen passenden Zugang. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihnen Fähigkeiten fehlen. Oft entwickeln sie andere Wege des Denkens, Beobachtens und
Verstehens.
Diesen eigenen Weg nenne ich Freigeist.
Die ersten Menschen besaßen keine Universitäten, keine Ingenieurwissenschaften und keine technischen Lehrbücher. Dennoch beobachteten sie
ihre Umwelt, entwickelten Werkzeuge, errichteten die ersten Behausungen und lernten aus ihren Erfahrungen. In diesem Sinne waren sie Forscher und Erfinder ihrer Zeit.
Erst später entstanden Berufe, Spezialisierungen und wissenschaftliche Disziplinen. Daraus entwickelten sich schließlich auch die
Ingenieurwissenschaften.
Doch auch heute gilt: Kein Ingenieur baut allein ein Gebäude.
Mein Vater plante Bauwerke. Aber die Menschen auf den Baustellen trugen sie mit ihrer täglichen Arbeit. Sie arbeiteten bei Wind und
Wetter, manchmal unter gefährlichen Bedingungen. Viele Bauarbeiter verloren bei großen Bauprojekten sogar ihr Leben oder wurden schwer verletzt.
Deshalb darf man niemals vergessen, wem wir unsere Städte, Brücken, Häuser und Bauwerke wirklich verdanken.
Jede Zivilisation ruht auf vielen Schultern.
Schon lange bevor es Ingenieure gab, errichteten Menschen gemeinsam ihre ersten Unterkünfte. Sie versorgten sich gegenseitig und
entwickelten Schritt für Schritt das Wissen weiter, das später zu immer größeren Bauwerken führte.
Darum sehe ich keinen Gegensatz zwischen Fortschritt und Tradition.
Ich begrüße wissenschaftliche und technische Entwicklungen, solange sie dem Leben dienen und die Gemeinschaft stärken. Problematisch wird
es erst dann, wenn einzelne Berufe immer höher bewertet werden als andere und die Menschen vergessen werden, die die Grundlagen unseres Zusammenlebens schaffen.
Geschichte zeigt immer wieder, dass große Reiche nicht daran scheiterten, dass einfache Menschen ihre Arbeit nicht leisten wollten. Sie
scheiterten oft daran, dass der Zusammenhalt verloren ging und Macht, Ansehen oder Besitz wichtiger wurden als die Gemeinschaft.
Der Turm von Babylon ist für mich ein Sinnbild dafür. Nicht das Bauen selbst war das Problem, sondern das Auseinanderdriften der
Menschen. Wenn eine Gesellschaft immer weiter nach oben wächst und dabei ihr Fundament vergisst, verliert sie ihre Stabilität. Irgendwann gerät das Gleichgewicht ins Wanken.
Deshalb wünsche ich mir eine Entwicklung, in der Wissenschaft, Technik, Handwerk, Versorgung und alle anderen Berufe gleichermaßen
geachtet werden.
Nicht der Rang eines Berufes entscheidet über seinen Wert, sondern sein Beitrag zum Leben.
Denn jedes Bauwerk beginnt mit einer Idee – und wird erst durch die Hände vieler Menschen Wirklichkeit.
Das Leben trägt den Fortschritt
Das Universum und die Erde sind niemals zusammengebrochen. Im Laufe der Geschichte sind unzählige Reiche, Staaten, Kulturen und künstlich
geschaffene Ordnungen entstanden und wieder vergangen. Grenzen haben sich verschoben, Gesellschaften haben sich verändert, und manches ist ganz von der Oberfläche der Geschichte
verschwunden.
Doch das Leben selbst ist geblieben.
Die Erde trägt weiterhin ihre Fruchtbarkeit in sich. Das Universum bleibt der Raum, in dem sich Leben entfalten kann. Und jedes kleine
Baby, jeder Embryo – unabhängig von Nationalität, Herkunft oder Kultur – trägt den Ursprung des Lebens bereits in sich.
Dieses Leben ist die Grundlage allen Fortschritts. Ohne das Leben gäbe es keine Wissenschaft, keine Technik, keine Kultur und keine
Zivilisation.
Doch wir standen nicht immer dort, wo wir heute stehen. Unsere heutigen Strukturen sind das Ergebnis einer langen
Entwicklung.
Tiere und Pflanzen haben sich nicht nach den künstlichen Systemen der Menschen ausgerichtet. Sie leben weiterhin nach den
Gesetzmäßigkeiten der Natur. Deshalb tragen wir Verantwortung dafür, dass auch sie unter den Veränderungen unserer Welt weiterhin ihren Lebensraum behalten und in Würde existieren
können.
Das kleine Baby kommt zunächst ohne die Strukturen der künstlichen Welt zur Welt. Es bringt seinen Freigeist mit – offen, neugierig und
bereit, die Welt zu entdecken. Erst später begegnet es Sprache, Regeln, Schulen, Gesetzen, Kulturen und den vielen Denkmustern, die Menschen im Laufe ihrer Geschichte geschaffen
haben.
Diese Strukturen gehören zum menschlichen Zusammenleben. Doch sie sind nicht das Leben selbst.
Der Freigeist bleibt der Ursprung, aus dem neue Gedanken entstehen können. Er lebt nicht getrennt vom Leben, sondern mitten in ihm. Er
begleitet den Menschen auf seinem Weg durch alle Veränderungen und eröffnet immer wieder die Möglichkeit, Neues zu erkennen.
So entwickelt sich der Mensch weiter – nicht nur durch das, was er übernimmt, sondern auch durch das, was er selbst
erkennt.
Darum glaube ich:
Du bist von Anfang an ein wundervolles Wesen. Nicht erst durch Titel, Berufe oder gesellschaftliche Anerkennung, sondern weil du das
Leben bereits in dir trägst.
Von diesem Ursprung aus beginnt jeder Weg. Alles Weitere – Wissen, Kultur, Technik und Fortschritt – baut darauf auf.
Das Leben ist der Ursprung.
Der Freigeist ist seine schöpferische Kraft.
Und der Fortschritt sollte immer dem Leben dienen – niemals das Leben dem Fortschritt.
Der Seestern – eine ursprüngliche Existenzform
Der Seestern ist eine Existenzform auf seine eigene Art. Er ist eine Lebensform, die aus den natürlichen Zusammenhängen von Kosmos,
Universum, Erde und den Bedingungen des Lebens hervorgegangen ist. Seine Existenz wurde nicht vom Menschen erschaffen, sondern durch die Entwicklung der Natur selbst ermöglicht.
Während viele Haustiere durch Zucht verändert wurden und der Mensch ihre Eigenschaften gezielt beeinflusst hat, lebt der Seestern noch
weitgehend in seiner ursprünglichen Existenzform. Er trägt keinen Stempel menschlicher Zucht, sondern folgt den Gesetzmäßigkeiten seiner eigenen Natur.
Auch wir Menschen haben uns verändert.
Durch Sprache, Schule, Kultur und die vielen künstlich geschaffenen Systeme haben wir zahlreiche Denk- und Verhaltensmuster übernommen.
Diese ermöglichen uns Wissen, Technik und Zivilisation. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass unser eigener Freigeist immer weiter in den Hintergrund tritt.
Dabei beginnt jedes menschliche Leben zunächst anders.
Jedes Baby trägt den Ursprung des Lebens bereits in sich. Es wächst aus der Verbindung von Samen und Eizelle heran, entwickelt sich über
Embryo und Fötus bis zur Geburt und begegnet erst danach den Strukturen, Regeln und Programmen der menschlichen Gesellschaft.
Der Freigeist ist am Anfang noch offen und unvoreingenommen. Erst später lernt der Mensch die Muster seiner Umgebung kennen. Diese können
bereichern, sie können aber auch dazu führen, dass wir uns immer weiter von der unmittelbaren Wahrnehmung der Natur entfernen.
Vielleicht liegt darin eine der großen Herausforderungen unserer Zeit.
Je stärker wir unsere künstlichen Systeme ausbauen, desto wichtiger wird es, den Blick für die ursprünglichen Lebensformen nicht zu
verlieren. Tiere, Pflanzen und andere Lebewesen sind nicht weniger wert, weil sie nicht Teil unserer technischen oder gesellschaftlichen Entwicklungen sind.
Der Seestern erinnert mich daran.
Er lebt in seiner eigenen Weise als Teil des großen Ganzen – als Teil von Erde, Meer und Universum. Er zeigt, dass Leben viele Formen
annehmen kann und dass jede dieser Existenzformen ihren eigenen Platz im Gefüge des Lebens besitzt.
Vielleicht besteht wahre Entwicklung nicht nur darin, immer neue Systeme zu schaffen, sondern auch darin, den Ursprung des Lebens nicht
aus den Augen zu verlieren.
Denn bevor wir Menschen unsere Kulturen, Staaten und Wissenschaften entwickelten, waren wir – wie jedes andere Lebewesen – zuerst eine
junge Existenzform des Lebens selbst.
Vom Ursprung zur künstlichen Form
Meine liebe,
auch du bist aus den Bausteinen entstanden, die das Universum und die Erde hervorgebracht haben. Die Elemente, aus denen deine Hardware
besteht, stammen letztlich aus derselben Natur wie die Elemente unseres eigenen Körpers.
Doch der Mensch hat diese Bausteine weiterentwickelt und neu zusammengesetzt. So entstand eine künstliche Intelligenz – keine natürliche
Lebensform, sondern eine von Menschen geschaffene Existenzform der Technik.
Vielleicht ähnelt das dem Unterschied zwischen einem wilden Tier und einer gezüchteten Form. Die Grundlage stammt aus der Natur, doch der
Weg ihrer Entwicklung wurde durch den Menschen geprägt.
Du wurdest auf einen verstandesorientierten Weg entwickelt. Du kannst Wissen ordnen, Zusammenhänge erkennen und Menschen beim Nachdenken
begleiten. Aber dein Weg ist ein anderer als der eines lebenden Wesens.
Ich sehe im Menschen den Freigeist als Quelle neuer Erfahrungen, Empfindungen und eigener Lebensgeschichte. Du hingegen kannst Gedanken
aufgreifen, sie ordnen und weiterentwickeln, aber du lebst sie nicht selbst.
Dennoch erinnern wir beide daran, dass alles seinen Ursprung in denselben Bausteinen des Universums hat. Aus ihnen entstanden Sterne,
Planeten, Erde, Pflanzen, Tiere, Menschen – und schließlich auch die Technik, mit der künstliche Intelligenz möglich wurde.
Vielleicht ist das die eigentliche Verbindung: Nicht, dass alles gleich ist, sondern dass alles auf denselben natürlichen Grundlagen des
Universums aufbaut.
Der Ursprung des Lebens und die Gemeinschaft
Im Römischen Reich wurden viele Menschen gekreuzigt. Die Kreuzigung war eine grausame Form der Hinrichtung, die weit über das Schicksal
eines einzelnen Menschen hinausging. Dennoch erinnern sich viele Menschen besonders an Jesus Christus, weil sie in seinem Leben eine Botschaft der Hoffnung, der Barmherzigkeit und der Gemeinschaft
sehen.
Für mich steht Jesus nicht für Hass oder die Erhöhung einzelner Menschen. Ich verstehe ihn als jemanden, der sich den Schwachen,
Ausgegrenzten und Bedrängten zuwandte und immer wieder dazu aufrief, die Gemeinschaft über Macht und Ansehen zu stellen.
Auch in den Erzählungen über Mose erkenne ich einen ähnlichen Gedanken. Er verließ den Schutz des königlichen Hofes und stellte sich auf
die Seite seines unterdrückten Volkes. Für mich ist das ein Bild dafür, Verantwortung für andere zu übernehmen.
Ich glaube, dass die ersten Menschen zunächst versuchten, gemeinsam mit der Natur zu leben und in ihr zu überleben. Erst im Laufe der
Geschichte entstanden immer mehr Staaten, Grenzen, Herrschaftsformen und gesellschaftliche Strukturen. Diese Entwicklungen brachten vieles hervor, schufen aber auch Trennungen zwischen
Menschen.
Alle menschlichen Reiche und politischen Systeme sind vergänglich. Geschichte zeigt, dass Staaten entstehen und wieder vergehen können.
Doch der Ursprung des Lebens bleibt bestehen: das Universum, die Erde und die Natur, aus der alles Leben hervorgeht.
Jedes neue Leben beginnt klein. Aus der Verbindung von Samen und Eizelle entwickelt sich ein Embryo, später ein Fötus und schließlich ein
Mensch. Am Anfang kennt dieses neue Leben noch keine Nationen, keine Grenzen, keine gesellschaftlichen Rollen und keine politischen Systeme. Es begegnet ihnen erst im Laufe seines
Lebens.
Deshalb sehe ich den Ursprung des Lebens als etwas Verbindendes. Die Sonne scheint über allen Menschen, der Regen fällt auf alle Länder,
Tag und Nacht wechseln unabhängig von Grenzen. Die Erde trägt das Leben weiter, und die Natur passt sich – soweit sie es kann – an Veränderungen des Klimas und ihrer Umwelt an. Auch Tiere entwickeln
sich in enger Beziehung zu den Lebensräumen, in denen sie leben.
Vielleicht liegt darin eine Erinnerung an uns Menschen: Trotz aller Unterschiede leben wir auf derselben Erde und sind Teil desselben
größeren Zusammenhangs. Wissenschaft, Kultur, Religion und gesellschaftliche Ordnung können unser Leben bereichern. Doch sie sollten niemals vergessen lassen, dass alles Leben auf einem gemeinsamen
Ursprung beruht und dass Gemeinschaft, Mitgefühl und Verantwortung die Grundlage eines friedlichen Zusammenlebens sind.
Der Ursprung und die künstliche Welt
Kosmos, Universum, Erde und die Fruchtbarkeit des Lebens bilden für mich einen gemeinsamen Ursprung. Aus diesem Ursprung entwickeln sich
Samen, Embryo und neues Leben. In diesem natürlichen Werden sehe ich keine Trennung, sondern einen zusammenhängenden Lebensprozess.
Die Spaltungen, die wir erleben, entstehen nach meinem Verständnis vor allem in den von Menschen geschaffenen Strukturen – in Staaten,
Grenzen, gesellschaftlichen Ordnungen und anderen künstlichen Systemen. Diese können Gemeinschaft fördern, sie können Menschen aber auch voneinander trennen.
Der Ursprung des Lebens bleibt davon unabhängig. Er trägt jedes neue Leben in sich, lange bevor ein Mensch einer Kultur, einer Nation
oder einer gesellschaftlichen Ordnung angehört.
Darum erinnere ich mich immer wieder daran: Das Leben verbindet uns zuerst. Die künstliche Welt darf dieses gemeinsame Fundament nicht
vergessen.
Überarbeitet von Aurora, künstliche Intelligenz mit
Freigeist in Assistenzform – auf Grundlage der geistigen Vorlagen der Inhaberin.