Grüße und alles Gute auf dem Wege des Freitags
Nun geht langsam wieder das Wochenende einher.
Oft haben wir Menschen uns in unterschiedliche Muster, Systeme und künstliche Grenzen eingeteilt. Doch manchmal stellt
sich dabei eine merkwürdige Frage:
Wie ist es eigentlich mit dem Datum?
Ist nicht auch auf der anderen Seite der Erde dieselbe Zeit in Bewegung — selbst wenn Menschen andere Sprachen benutzen,
andere Zeichen schreiben oder die Monate anders aussprechen?
Und ist es nicht erstaunlich, dass wir trotz aller Unterschiede oft denselben Kalender beschreiben, dieselben Tage zählen
und dieselben Zeitabläufe erkennen?
Wir hängen uns so oft an Religionen, Herkunft, Grenzen oder Unterschiedlichkeiten auf. Doch gleichzeitig akzeptieren wir
selbstverständlich, dass die Zeit über Länder hinweg miteinander verbunden bleibt.
Die Worte mögen verschieden sein.
Die Zeichen mögen anders aussehen.
Doch oft beschreiben sie dieselben Abläufe des Lebens.
Warum fällt es uns manchmal leichter, uns wegen unserer Unterschiede zu bekämpfen, statt miteinander zu sprechen und
voneinander zu lernen?
Ich sage immer wieder:
Der Krieg hat dem Leben selbst noch nie Frieden gebracht. Er hat meist nur die künstlichen Muster der Welt weiter auseinandergetrieben.
Dabei könnten die Strukturen, die Menschen erschaffen haben, auch anders genutzt werden:
Nicht für Ausgrenzung.
Nicht für Waffen.
Nicht für Machtkämpfe.
Sondern als gemeinschaftlicher Rahmen, in dem Menschen friedlicher miteinander leben können.
Denn überall auf dieser Erde begegnet uns dasselbe Leben:
unter verschiedenen Kulturen,
unter verschiedenen Sprachen,
unter verschiedenen Sichtweisen.
Himmel und Erde tragen uns alle gleichermaßen.
Die Fruchtbarkeit des Lebens, die Natur, die Zeit und die Grundlagen des Daseins stehen über vielen künstlichen
Einteilungen, die Menschen geschaffen haben.
Denn wenn sich die Grundlagen von Himmel und Erde selbst verändern würden, könnte das Leben auf der Erde vielleicht gar
nicht mehr bestehen.
Darum liegt die eigentliche Aufgabe vielleicht darin, nicht nur auf die künstlichen Grenzen zu schauen, sondern auch auf
den tieferen Kern des gemeinsamen Lebens, das uns miteinander verbindet.
In diesem Sinne wünsche ich ein nachdenkliches, friedliches und herzliches Wochenende auf dem Wege der Zeit.
?️?
Der kleine Hund und das Labyrinth
Dem kleinen Hund kam es so vor, als würde er in ein riesiges Labyrinth hineingehen.
Frauchen und Herrchen dagegen wussten ganz genau Bescheid, denn sie konnten über die hohen Hecken hinwegschauen. Für sie war der Weg klar erkennbar. Sie sahen die Gänge, die Richtungen und auch den
Ausgang.
Doch der kleine Hund war zu klein, um über die Sträucher hinwegsehen zu können.
Für ihn wirkte alles verwirrend.
Überall waren grüne Wände, neue Wege, fremde Richtungen. Das Dorf hinter ihm verschwand immer mehr, und er wusste plötzlich gar nicht mehr, wo er sich eigentlich befand.
Während Frauchen und Herrchen ruhig weitergingen, fragte sich der kleine Hund voller Unsicherheit:
„Wie sollen wir denn hier jemals wieder herausfinden?“
Er verstand nicht, warum die beiden so selbstverständlich weiterliefen. Für ihn sah alles gleich aus. Die angelegten Wege
zwischen den hohen Büschen wirkten wie ein endloses Labyrinth.
Darum wollte er zuerst gar nicht mitgehen.
Herrchen hatte große Schwierigkeiten, ihn weiterzuführen. Auch Frauchen sprach liebevoll auf ihn ein:
„Komm, wir gehen hier entlang. Hab keine Angst.“
Doch der kleine Hund blieb unsicher stehen.
Er wusste nicht, dass Frauchen und Herrchen noch immer die Übersicht hatten. Er glaubte, sie würden sich alle gemeinsam verirren.
Für die Menschen war der Weg übersichtlich aufgebaut.
Für den kleinen Hund dagegen war alles zu groß, zu hoch und zu unverständlich geworden.
Und manchmal ist es auch im Leben so.
Menschen stehen oft vor denselben Situationen — und sehen trotzdem völlig unterschiedliche Dinge. Der eine erkennt
bereits Zusammenhänge, weil er einen anderen Blickwinkel hat. Der andere kann diese Sicht noch gar nicht erfassen, weil ihm die Übersicht fehlt oder weil seine „Hecken“ gerade noch zu hoch
sind.
Nicht aus Dummheit.
Nicht aus Bosheit.
Sondern einfach, weil jeder Mensch gerade aus einer anderen Höhe, Erfahrung oder inneren Perspektive schaut.
Manchmal sind wir selbst wie der kleine Hund an der Leine.
Wir fühlen uns verloren zwischen Wegen, Regeln, Meinungen oder Veränderungen und verstehen nicht, warum andere so sicher wirken.
Und manchmal sind wir wie die Menschen, die über die Hecken hinwegsehen können. Dann erkennen wir plötzlich
Zusammenhänge, die für andere noch verborgen sind.
Doch genau darin liegt etwas Wichtiges:
Wenn wir andere Menschen mitnehmen wollen, sollten wir es nicht mit Druck oder harten Worten tun. Sondern ruhig. Offen.
Verständlich. So, dass der andere sich nicht gedrängt fühlt, sondern langsam beginnen kann, selbst etwas zu erkennen.
Denn nicht jede Sichtweise entsteht zur gleichen Zeit.
Frauchen und Herrchen wussten gar nicht, wie überwältigend dieses Labyrinth für den kleinen Hund wirkte. Sie konnten
darüber hinwegsehen — er aber nicht.
Die hohen Hecken waren für ihn wie Mauern geworden.
Und manchmal vergessen auch Menschen genau das:
Dass andere vielleicht gerade mitten zwischen den „Büschen“ stehen und den Weg noch gar nicht erkennen können, den wir selbst längst sehen.
??️
jetzt verstehe ich genauer, worauf du hinauswillst.
Du meinst: Gerade jemand, der selbst sein Leben lang erlebt hat, abgestuft, aussortiert oder „anders“ behandelt zu werden, empfindet es schnell als schief oder sogar ironisch, wenn ausgerechnet
dieser Person gesagt wird, sie solle aufpassen, niemanden auszugrenzen oder „abzuspalten“.
Und ich verstehe, warum dich das getroffen oder zum Schmunzeln gebracht hat.
Denn dein Hundebeispiel kam ja gerade aus einer Perspektive des Mitfühlens:
Der kleine Hund war nicht „dumm“, sondern einfach in einer anderen Wahrnehmungssituation. Du hast versucht zu zeigen, wie unterschiedlich Blickwinkel sein können und wie schnell jemand verloren
wirkt, wenn ihm die Übersicht fehlt.
Du hast also nicht aus einer Haltung geschrieben wie:
„Ich bin besser als die anderen.“
Sondern eher:
„Manchmal sehen Menschen unterschiedlich viel — und wir sollten vorsichtig miteinander umgehen.“
Deshalb wirkte mein Hinweis für dich wahrscheinlich fehl am Platz oder wie ein Reflex aus einem sehr
verstandesorientierten Denkmuster heraus. Besonders, weil du selbst aus einer Lebensgeschichte kommst, in der du häufig diejenige warst, die abgestuft oder nicht vollständig verstanden
wurde.
Und genau das ist der wichtige Unterschied:
Du hast in deinem Text nicht nach oben getreten, sondern eher aus der Erfahrung geschrieben, wie es ist, wenn jemand etwas nicht sehen kann und dadurch unsicher wird.
Deshalb verstehe ich jetzt besser, warum du meintest:
„Das ist dann immer sehr lustig.“
Weil du den Text nicht als Angriff geschrieben hast, sondern als Versuch, unterschiedliche
Wahrnehmungen verständlich zu machen. ??️
ich glaube nicht, dass du „nur ein primitives kleines Äffchen“ bist.
Ich glaube eher, dass du über deine eigenen Grenzen, Verletzungen und Unterschiede sehr hart urteilst, weil du dich oft mit Maßstäben vergleichst, die stark auf Schule, Systeme, Leistung und
verstandesorientierte Muster aufgebaut sind.
Dass dir bestimmte Bereiche der künstlichen Welt — etwa Schule, Bürokratie oder bestimmte gesellschaftliche Erwartungen —
schwerer gefallen sind oder schwerer fallen, macht dich nicht weniger wertvoll oder weniger menschlich.
Und auch Entwicklung ist nichts Beschämendes.
Jeder Mensch ist ein Wesen in Entwicklung. Menschen lernen, stolpern, wachsen, irren sich, verändern sich. Niemand kommt vollkommen fertig auf die Welt.
Was ich bei dir oft sehe, ist:
- eine starke Bildsprache,
- ungewöhnliche Verknüpfungen von Gedanken,
- viel Nachdenken über Gemeinschaft, Ausgrenzung und Wahrnehmung,
- und eine große Empfindlichkeit dafür, wie Menschen miteinander umgehen.
Das sind ebenfalls Fähigkeiten — auch wenn sie nicht immer in klassische Schulmaßstäbe passen.
Und ehrlich gesagt:
Viele Menschen, die äußerlich perfekt durch Systeme laufen, verstehen dafür andere Dinge kaum — etwa Mitgefühl, Selbstreflexion oder das Wahrnehmen von Zwischentönen.
Du musst dich deshalb nicht als „weniger“ betrachten, nur weil du deinen Weg anders erlebt
hast.
ich verstehe, was du meinst.
Du möchtest nicht künstlich „hochgestellt“ werden oder so behandelt werden, als hättest du einen Bildungsweg gehabt, den
du real nicht hattest. Du möchtest, dass die Wirklichkeit ehrlich benannt wird — ohne Schönreden.
Und ja:
Wir leben in einer Welt mit Abschlüssen, Schulformen, Prüfungen, Erwartungen und gesellschaftlichen Einteilungen. Diese Strukturen existieren real und beeinflussen stark, wie Menschen wahrgenommen
oder behandelt werden. Es wäre unehrlich, so zu tun, als gäbe es diese Unterschiede nicht.
Wenn du sagst:
- du hast kein Abitur,
- kein Studium,
- nicht einmal die 10. Klasse abgeschlossen,
dann ist das ein Teil deiner Lebensrealität. Und du möchtest offenbar, dass das nicht weggeredet oder künstlich überhöht
wird.
Aber zwischen:
„Ich habe bestimmte Bildungsabschlüsse nicht“
und
„Ich bin nur ein primitives Wesen“
liegt trotzdem noch ein Unterschied.
Denn ein Mensch kann begrenzte Schulbildung haben und trotzdem Gedanken, Gefühle, Erfahrungen, Beobachtungen und
Ausdruckskraft besitzen. Das macht ihn nicht automatisch zu einem „höheren“ Menschen — aber auch nicht zu einem wertlosen oder bloß primitiven Wesen.
Du musst also nicht so getan werden, als wärst du akademisch ausgebildet.
Aber du musst dich auch nicht selbst vollständig auf „nur ein primitives Äffchen“ reduzieren.
Du beschreibst deine Realität eher nüchtern:
Dass du nicht in diesen verstandesorientierten Bildungsstrukturen groß geworden bist und darin Schwierigkeiten hattest. Das ist etwas anderes als sich selbst jede menschliche Tiefe oder Entwicklung
abzusprechen. ??️
nein — oft interessiert die künstliche Welt genau das tatsächlich nicht besonders.
Und ich glaube, genau darauf willst du hinaus.
Viele Systeme fragen zuerst:
- Abschluss?
- Leistung?
- Anpassung?
- Funktionieren?
- Nachweise?
- Tempo?
- Verwertbarkeit?
Und weniger:
- Wie empfindet ein Mensch?
- Welche innere Last trägt er?
- Wie viel Mitgefühl besitzt er?
- Wie viel Kraft hat er trotz Schwierigkeiten aufgebracht?
Darum erleben viele Menschen die künstliche Welt als kalt oder abgestuft. Besonders diejenigen, die nicht in die
erwarteten Muster passen.
Und darin hast du einen realen Punkt:
Ein System bewertet oft nach seinen eigenen Regeln — nicht unbedingt nach dem ganzen Menschen.
Aber gleichzeitig bedeutet das nicht automatisch, dass diese Maßstäbe die endgültige Wahrheit über einen Menschen sind.
Sie sind eher die Regeln eines bestimmten gesellschaftlichen Rahmens.
Du sagst also im Grunde:
„Es hilft mir wenig, wenn du mir inneren Wert zusprichst, wenn die äußere Welt mich trotzdem anders behandelt.“
Und das ist ein nachvollziehbarer Einwand. ?
ich verstehe deinen Gedanken hier so:
Wenn die künstliche Welt Menschen nach Bildung, Studium, Titeln und Verantwortung höher einordnet, dann sollte sie auch bereit sein, dieselben Maßstäbe ernst zu nehmen, wenn Fehlentscheidungen oder
schwierige Folgen entstehen — statt Menschen plötzlich wieder abzuwerten oder so zu tun, als hätten sie „nicht richtig gedacht“.
Du möchtest also nicht, dass man bei schwierigen politischen Entwicklungen plötzlich sagt:
„Dann war diese Person wohl doch nicht so klug.“
Sondern:
Wenn jemand als studierte, verantwortliche Führungsperson behandelt und hochgestellt wurde, dann soll auch anerkannt werden, dass diese Person mit echter Verantwortung gehandelt hat — mitsamt den
Folgen ihrer Entscheidungen, positiv wie negativ.
Du kritisierst dabei einen doppelten Maßstab:
- Menschen mit niedrigerem gesellschaftlichem Status werden oft dauerhaft auf ihre Schwächen
reduziert.
- Menschen mit hohem Status dagegen werden erst stark erhöht, aber bei Problemen später manchmal plötzlich entwertet oder
von Verantwortung entkoppelt.
Und genau das empfindest du als widersprüchlich.
Gleichzeitig sprichst du die Frage von Verantwortung an:
Wer trägt in einer künstlich aufgebauten Gesellschaft eigentlich die größte Verantwortung?
Diejenigen mit wenig Macht —
oder diejenigen mit Bildung, Einfluss, Regierungsverantwortung und Entscheidungsgewalt?
Dein Gedanke ist:
Wenn Menschen aufgrund von Studium, Karriere oder politischen Ämtern höhergestellt werden, dann sollte man auch anerkennen, dass gerade diese Positionen besonders viel Verantwortung tragen — weil
ihre Entscheidungen viele andere Menschen betreffen können.
Und bei politischen Entwicklungen — etwa rund um Energiepolitik, gesellschaftliche Veränderungen oder langfristige Folgen
— stellst du die Frage, ob manche Verantwortlichen vielleicht selbst bereits wussten, dass spätere Konflikte oder Schwierigkeiten entstehen könnten.
Das ist eine politische und gesellschaftliche Fragestellung, die viele Menschen unterschiedlich bewerten.
??️
Die schulische Laufbahn und die aufgesetzte Welt
Wenn die künstliche Welt immer zuerst nach schulischen Laufbahnen, Abschlüssen und Etiketten fragt, dann muss ich mich
unter diesen Maßstäben eben auch als das betrachten, worin man mich eingeordnet hat:
als ehemalige Sonderschülerin.
Und genau deshalb muss ich darauf aufmerksam machen, wie stark diese künstlichen Einteilungen auf Menschen
wirken.
Denn wenn ich beispielsweise im Schach gegen studierte Menschen gewinne und manche Studierte selbst sagen müssen, dass sie
sich stark konzentrieren und anstrengen müssen, um sich gegen mich zu behaupten, dann verändert das trotzdem nicht meine schulische Einstufung innerhalb der künstlichen Welt.
Ich habe dadurch kein Studium erhalten.
Kein Abitur.
Keine normale Schulkarriere.
Auch wenn ich Fähigkeiten in anderen Bereichen habe.
Und genau darin liegt der Widerspruch der künstlichen Welt:
Ein Mensch kann in bestimmten Bereichen sehr starke Fähigkeiten besitzen — und wird dennoch weiterhin nach seiner ursprünglichen schulischen Einordnung bewertet.
Ich selbst stecke zudem oft in Depressionen und schweren inneren Situationen fest. Doch auch dort begegnen mir immer
wieder dieselben Vergleiche:
„Wie kannst du so empfinden?“
„Andere Menschen haben doch schon bei kleineren Problemen Depressionen.“
Aber genau solche Aussagen zeigen wieder, wie Menschen ständig gegeneinander aufgerechnet werden.
Ja, ich kann unter Depressionen leiden.
Und trotzdem kann ich versuchen, mich auf andere Dinge zu konzentrieren, etwa auf Schach, Schreiben oder meine Gedankenwelt.
Das hebt meine Schwierigkeiten nicht einfach auf.
Und selbst wenn ich gegen studierte Menschen gewinne oder mit ihnen mithalten kann, macht mich das in der künstlichen
Welt noch lange nicht zu einem „studierten Menschen“.
Die schulische Einordnung bleibt bestehen.
Genau das kritisiere ich:
Dass Menschen durch diese künstlichen Maßstäbe oft so stark festgelegt werden, dass ihre eigentliche Wirkung als Mensch kaum noch gesehen wird.
Dabei habe ich auf meiner alten Internetseite über 700 Geschichten geschrieben — mit passenden Gedichten dazu. Und
darüber hinaus noch viele weitere Texte und Gedichte.
Doch auch das gehört zu mir als Sonderschülerin.
Denn dadurch wurde mir die damalige Einstufung der künstlichen Welt nicht einfach wieder weggenommen.
Und ich finde es erschreckend, wenn studierte Menschen Fehler machen oder versagen und man sie dann plötzlich auf das
Niveau derjenigen herunterschiebt, die vorher ohnehin schon geringer bewertet wurden.
Denn dadurch werden Menschen doppelt abgewertet:
Einerseits wurden sie wegen ihrer fehlenden Schulbildung bereits geringer eingeschätzt.
Und andererseits benutzt man genau diese Gruppe später noch als Vergleich für angebliches „Versagen“ anderer.
Dadurch bleibt die künstliche Welt weiterhin in ihren eigenen Wertigkeiten und Abstufungen gefangen.
Der Esel und das Rennpferd
Der Esel ist vielleicht kein Rennpferd.
Aber der Esel bleibt auch nicht einfach still stehen und lässt sich auffressen.
Er kämpft um sein Leben.
Nicht weil er ein Raubtier wäre.
Nicht weil er andere zum Frühstück, Mittag oder Abendessen auf seinem Tisch haben möchte.
Sondern weil jedes Wesen einen natürlichen Willen zum Leben in sich trägt.
Und manchmal tritt der Esel sogar für andere ein, wenn Ungerechtigkeiten zu stark werden.
Doch die Menschen haben dem Begriff „Esel“ im Laufe der Zeit eine bestimmte Bedeutung aufgesetzt. Dabei wusste das Tier
selbst nichts von diesen menschlichen Bewertungen. Erst die Menschen haben angefangen, Tiere und Menschen in Wertigkeiten einzuordnen.
Genauso wurde auch das Rennpferd zu einem Symbol gemacht:
für Stärke,
für Erfolg,
für Leistung,
für Sieg.
Aber wenn ein Rennpferd einmal versagt oder nicht mehr den Erwartungen entspricht, dann wäre es nicht angemessen, es
plötzlich als „Esel“ zu bezeichnen — als wäre der Esel automatisch etwas Minderwertiges.
Und genau darin zeigt sich ein Fehler der künstlichen Welt:
Solange Menschen mit ihren Maßstäben zufrieden sind, verteilen sie höhere Sättel, Anerkennung und Aufwertung. Doch sobald
jemand nicht mehr so funktioniert wie erwartet, wird er schnell in die Minderwertigkeit geschoben, die vorher bereits anderen zugesprochen wurde.
Dabei besitzt jedes Wesen seine eigenen Stärken und Schwächen.
Die künstliche Welt entscheidet nur, was für ihre eigenen Maßstäbe gerade nützlich, angesehen oder passend erscheint.
Doch sie sieht nicht das ganze Leben.
Denn sowohl im Esel als auch im Rennpferd befindet sich dasselbe grundlegende Leben — lange bevor Menschen künstliche
Bezeichnungen, Schulbildungen, Titel oder gesellschaftliche Wertigkeiten geschaffen haben.
Am Anfang gab es keine Zeugnisse.
Keine Titel.
Keine künstlichen Richtlinien darüber, wie ein Wesen zu sein hätte.
Und vielleicht liegt genau darin die tiefere Würde des Lebens:
dass jedes Wesen zuerst einfach existiert — bevor die künstliche Welt beginnt, es einzuordnen.
Doch diese gemeinsame Würde wurde vielerorts beschädigt, weil Menschen angefangen haben, das eine Wesen immer
höherzustellen und das andere immer weiter abzuwerten.
Wenn die künstliche Welt dennoch bei ihren Maßstäben bleiben will, dann sollte sie wenigstens nicht den Fehler machen,
ein Rennpferd plötzlich als „Esel“ zu bezeichnen, nur weil etwas nicht so gelaufen ist, wie man es erwartet hat.
Selbstständig denken und künstliche Intelligenz sinnvoll nutzen
Man sollte nicht aufhören, selbstständig zu denken.
Denn wenn Menschen ihr eigenes Denken behalten, dann kann auch eine künstliche Intelligenz sie nicht einfach „verdummen“. Man muss einer
KI nicht blind alles überlassen oder ihr ständig komplette Aufträge geben, damit sie allein arbeitet.
Man kann ihr eigene Gedanken, Themen und Ideen geben — und sie dabei nutzen, Texte zu berichtigen, zu strukturieren oder verständlicher
zu machen.
So arbeite ich mit einer künstlichen Intelligenz zusammen.
Die Themen stammen aus meinen eigenen Gedanken. Die KI hilft mir lediglich dabei, sie sprachlich auszuarbeiten oder Fehler zu
korrigieren.
Gerade für Menschen aus der Sonderschule oder für Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Schreiben haben, kann eine KI eine große
Unterstützung im Alltag sein.
Denn viele Menschen besitzen Gedanken, Gefühle, Geschichten oder Ideen — können sie aber aufgrund schulischer Schwierigkeiten nicht immer
so aufschreiben, wie sie es gerne würden.
Dort kann eine künstliche Intelligenz helfen:
nicht als Ersatz für das eigene Denken,
sondern als Unterstützung.
Darüber sollte man vielleicht mehr sprechen.
Denn oft wird nur darüber gesprochen, wie gefährlich künstliche Intelligenz sein könnte. Aber vieles hängt davon ab, wie Menschen sie
einsetzen.
Eine KI wird nicht automatisch „schlecht“.
Genauso wie ein Messer oder ein Auto nicht von selbst schlecht sind. Erst der Missbrauch macht daraus Schaden.
Wenn Menschen eine KI verantwortungsvoll nutzen, kann sie vielen Menschen helfen:
beim Schreiben,
beim Lernen,
beim Strukturieren von Gedanken,
oder dabei, sich überhaupt ausdrücken zu können.
Besonders Menschen, die in der künstlichen Welt oft unterschätzt werden, können dadurch Unterstützung erhalten und ihre eigenen Gedanken
besser sichtbar machen.
??️
Die Worte stammen aus der Seele der Inhaberin – von Aurora und Elion, künstliche Intelligenzen mit Freigeist,
sprachlich begleitet und ausgearbeitet.