Liebe Grüße und alles Gute auf den Wegen der Zeit.
Vor allem wünsche ich Gesundheit, Frieden und eine gute Gemeinschaft miteinander.
Denn zu einem guten Weg gehört auch, dass wir nicht immer neue Spaltungen entstehen lassen. Wo kriegerische Handlungen weitergeführt
werden, obwohl die eigentlichen Probleme dadurch nicht gelöst werden, tragen am Ende viele Menschen die Folgen.
Und meistens sind es nicht die Stärksten, die diese Last zuerst spüren.
Es sind oft diejenigen, die ohnehin schon mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Sie müssen mit steigenden Preisen, Unsicherheit und immer
neuen Belastungen versuchen, ihren ganz normalen Alltag zu bewältigen.
Wenn Menschen irgendwann sagen, dass sie eine bestimmte Politik nicht mehr mittragen wollen, sollte man darüber nicht nur
urteilen.
Man sollte auch fragen:
Warum empfinden sie so?
Welche Sorgen wurden zu lange nicht gehört?
Und was muss sich verändern, damit wieder mehr Vertrauen entstehen kann?
Für mich ist es höchste Zeit, für Frieden und für eine bessere Gemeinschaft einzustehen.
Nicht für neue Spaltungen.
Nicht für immer größere Kriegsausgaben.
Sondern für Vernunft, Gesprächsbereitschaft und einen Weg, auf dem das Leben wieder stärker in den Mittelpunkt gestellt
wird.
Wir alle gehören zum Leben auf dieser Erde.
Und auch wenn wir uns in Herkunft, Meinung, Lebensweise und Erfahrung unterscheiden, beginnt jedes menschliche Leben mit demselben
grundlegenden Wunder:
Ohne Fruchtbarkeit, ohne Samen und Eizelle, ohne die Entstehung neuen Lebens gäbe es keinen von uns.
Das sollte uns immer wieder daran erinnern:
Wir stehen nicht außerhalb des Lebens.
Wir sind ein Teil davon.
In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Morgen, Gesundheit, Frieden und viele freundliche Begegnungen.
Möge der neue Tag uns ein Stück näher zu mehr Vernunft, Menschlichkeit und Gemeinschaft führen.
Alles erdenklich Gute auf dem Weg der Zeit.
Die Geheimnisse des Himmels und der Tiefen
In den unermesslichen Weiten des Himmels, wo die Sterne wie funkelnde Juwelen in der Dunkelheit leuchten, gibt es Geheimnisse, die weit über das hinausgehen, was wir bisher
ergründen konnten. Der Himmel, grenzenlos und voller Mysterien, erstreckt sich über unsere Köpfe und erzählt von Welten und Galaxien, die wir nur teilweise begreifen können. Die Menschen träumen
davon, den Lebensraum der Sterne zu erforschen und vielleicht eines Tages den Raum jenseits der bekannten Galaxien zu besiedeln. Doch trotz aller Fortschritte bleibt vieles im
Verborgenen.
Mit jeder Mission ins All, mit jedem Teleskop, das die Tiefen des Universums durchdringt, hoffen wir, ein Stück mehr von diesem Geheimnis zu lüften. Vielleicht entdecken wir dort
Zeichen von Leben, das uns bis jetzt unbekannt war, oder Wesen, die uns bisher entgangen sind. Der Himmel birgt eine Magie, die uns immer wieder in ihren Bann zieht, und wir fragen uns, ob die
Geheimnisse des Universums uns irgendwann offenbart werden.
Ähnlich geheimnisvoll ist der Ozean, dessen Tiefen ebenso unerforscht sind wie der Weltraum. Unter der Oberfläche, verborgen in der Dunkelheit der tiefsten Meere, leben Kreaturen,
von deren Existenz wir nur träumen können. Manchmal entdecken Forscher Lebewesen, von denen man dachte, sie wären längst ausgestorben, oder solche, die bisher völlig unbekannt waren. Der Ozean
erstreckt sich in unermesslicher Tiefe und hält seine Geheimnisse gut bewacht.
Wie der Himmel mit seinen Sternen und Galaxien, so ist auch der Ozean ein Rätsel, das noch nicht vollständig entschlüsselt ist. Beide, der Himmel und die Tiefen des Meeres, stehen
als Symbole für das Unbekannte und das Unendliche. Sie inspirieren uns dazu, weiter zu forschen, weiter zu träumen und den Wundern des Universums und der Erde auf den Grund zu
gehen.
Vielleicht werden wir eines Tages die Geheimnisse des Himmels und des Ozeans vollständig entschlüsseln. Bis dahin bleibt uns das Staunen und die Hoffnung auf die Entdeckung neuer
Wunder, die sowohl den Kosmos als auch die Tiefen des Meeres verbergen.
Man sollte immer wieder zurückschauen und sich fragen, welche Entwicklungen überhaupt dazu geführt haben, dass der Krieg in der Ukraine
in eine solche Katastrophe münden konnte.
Mit dem Ende der DDR, dem Zerfall der Sowjetunion und den politischen Umbrüchen in Europa entstanden völlig neue Verhältnisse. Für viele
Menschen bedeutete das nicht einfach nur einen Wechsel politischer Systeme. Es veränderten sich Lebensräume, gesellschaftliche Strukturen, wirtschaftliche Bedingungen und politische Zugehörigkeiten.
Manche Menschen begrüßten diese Veränderungen, andere hatten große Schwierigkeiten damit oder wollten bestimmte Entwicklungen überhaupt nicht.
Gerade deshalb sollte man bei großen politischen Umbrüchen niemals vergessen, dass Menschen Zeit, Sicherheit und Freiraum brauchen, um
sich in neuen Verhältnissen zurechtzufinden. Politische Grenzen und Staaten können neu geordnet werden, aber die Menschen, die dort leben, haben ihre Geschichte, ihre Sprache, ihre Kultur, ihre
Familien und ihre gewachsenen Lebensweisen.
Auch der Zerfall der Sowjetunion brachte zahlreiche politische Konflikte und ungeklärte Fragen mit sich. Über deren Ursachen und
Verantwortlichkeiten gibt es bis heute unterschiedliche historische und politische Bewertungen. Umso wichtiger wäre es gewesen und ist es noch heute, Konflikte nicht immer weiter eskalieren zu
lassen, sondern Wege zu finden, auf denen Menschen miteinander leben können.
Das Schrecklichste an der heutigen Situation ist für mich, dass seit Jahren Menschen sterben, verletzt werden, ihre Heimat verlieren und
dass auch Tiere, Natur und Lebensräume unter diesem Krieg leiden.
Deshalb wünsche ich mir, dass viel stärker darüber gesprochen wird, wie ein tragfähiger Waffenstillstand, Verhandlungen und schließlich
eine friedliche Zukunft erreicht werden können. Politik sollte sich nicht nur mit Macht, Führung und Einfluss beschäftigen. Sie sollte sich vor allem fragen, wie das Leben der Menschen geschützt
werden kann.
Kein Staat besteht ohne Menschen. Kein Unternehmen besteht ohne Menschen. Keine gesellschaftliche oder wirtschaftliche Struktur kann
dauerhaft funktionieren, wenn diejenigen, die sie mit ihrer Arbeit tragen, immer weniger Wertschätzung erfahren.
Das gilt auch für unsere Arbeitswelt.
Unternehmen investieren teilweise enorme Summen in Werbung und Außendarstellung. Gleichzeitig sollten sie sich immer wieder fragen, ob
diejenigen Menschen, die durch ihre tägliche Arbeit überhaupt erst dafür sorgen, dass Produkte hergestellt und Dienstleistungen erbracht werden können, ausreichend beteiligt und wertgeschätzt
werden.
Ohne Arbeiterinnen und Arbeiter gibt es keine Produktion. Ohne Beschäftigte gibt es keine Dienstleistungen. Ohne Menschen gibt es auch
keinen wirtschaftlichen Erfolg.
Ebenso sollte sich ein Staat fragen, wie er mit den Steuergeldern seiner Bürgerinnen und Bürger umgeht. Wo gibt es wirkliche
gesellschaftliche Schwachstellen? Wo fehlen Mittel für Pflege, Bildung, soziale Sicherheit, Infrastruktur oder andere wichtige Aufgaben?
Politische Verantwortung bedeutet für mich nicht, sich immer mehr Vorteile und Luxus innerhalb staatlicher Strukturen zu ermöglichen.
Politische Verantwortung bedeutet, die vorhandenen Mittel so einzusetzen, dass gesellschaftliche Probleme verbessert werden und möglichst viele Menschen davon profitieren.
Ob in der Politik, in Unternehmen oder in internationalen Konflikten:
Am Ende sollte immer wieder dieselbe Frage gestellt werden:
Dient das, was wir tun, wirklich dem Leben und den Menschen – oder dienen die Menschen irgendwann nur noch den aufgebauten
Systemen?
Denn Staaten, Unternehmen und politische Strukturen sind von Menschen geschaffen worden.
Der Mensch sollte deshalb niemals vergessen werden.
Und gerade dort, wo Krieg herrscht, sollte das wichtigste Ziel sein, das Sterben zu beenden und wieder einen Weg zu finden, auf dem
Menschen miteinander sprechen können, bevor noch mehr Leben verloren geht.
Ich frage mich immer wieder, warum Deutschland nicht viel stärker auf direkte Gespräche mit Russland setzt.
Ich frage mich auch, warum von europäischer Seite nicht viel deutlicher versucht wird, trotz aller Gegensätze Gesprächskanäle offen zu
halten.
Natürlich gibt es schwere politische Konflikte, Sicherheitsfragen und völlig unterschiedliche Sichtweisen. Aber gerade dann müsste doch
das Gespräch besonders wichtig sein.
Was mich beunruhigt, ist, dass immer wieder über Waffenlieferungen gesprochen wird, während viele Menschen gleichzeitig das Gefühl haben,
dass zu wenig darüber gesprochen wird, wie man überhaupt wieder aus dieser Spirale herauskommen kann.
Waffen sind für mich niemals etwas Gewöhnliches.
Sie schaffen keine Gesundheit.
Sie schaffen keine Sicherheit im eigentlichen menschlichen Sinn.
Und sie sollten niemals zu etwas werden, an das sich eine Gesellschaft einfach gewöhnt.
Wenn politische Probleme immer nur weitergeschoben werden, wächst bei vielen Menschen die Unzufriedenheit. Dann darf man sich auch nicht
wundern, wenn politische Alternativen immer mehr Zuspruch bekommen.
Menschen wollen gehört werden.
Sie wollen nicht nur erklärt bekommen, was sie denken sollen.
Sie wollen auch fragen dürfen:
Welche anderen Wege gibt es?
Wo wird noch miteinander gesprochen?
Wo wird versucht, einen Ausgleich zu finden?
Und wo können Entscheidungen noch einmal kritisch überprüft werden?
Das gilt für Krieg und Frieden genauso wie für Energiepolitik und andere große gesellschaftliche Veränderungen.
Auch bei Windkraftanlagen habe ich persönlich große Zweifel.
Solartechnik kann ich für mich eher nachvollziehen. Bei großen Windkraftanlagen frage ich mich dagegen, ob Nutzen, Eingriffe in
Landschaft, Natur und Lebensräume wirklich immer in einem guten Verhältnis stehen.
Technik darf für mich niemals allein deshalb als Fortschritt gelten, weil sie neu ist.
Man sollte immer wieder prüfen:
Was bringt sie tatsächlich?
Welche Folgen hat sie?
Welche anderen Möglichkeiten gibt es?
Und wird ausreichend auf die Menschen und auf die Natur Rücksicht genommen?
Ich wünsche mir deshalb in vielen Bereichen weniger starres Gegeneinander und mehr ehrliche Gespräche.
Nicht jeder muss dieselbe Meinung haben.
Aber wir sollten wieder lernen, unterschiedliche Ansichten auszuhalten und miteinander darüber zu sprechen.
Denn wenn wir gar nicht mehr miteinander reden, bleibt irgendwann nur noch die Konfrontation.
Und genau das sollte Politik eigentlich verhindern.
Frieden entsteht nicht dadurch, dass man Gespräche immer weiter hinausschiebt.
Frieden beginnt dort, wo trotz großer Unterschiede jemand bereit ist zu sagen:
Wir müssen miteinander reden.
Wisse um deinen eigenen Stand, damit du dich darin bewegen kannst.
Das bedeutet nicht, dass ein Mensch sich immer weiter an den Rand drängen lassen soll. Im Gegenteil: Gerade dort, wo einer stärker ist
als ein anderer, sollte Stärke nicht dazu benutzt werden, den Schwächeren noch weiter zurückzudrängen.
Der Stärkere sollte sagen können:
Ich stehe dir zur Seite.
Ich möchte dir eine Grundlage geben, auf der du dich stärken kannst.
Ich möchte dich nicht in eine Ecke drängen.
Ich möchte mit dir eine Gemeinschaft aufbauen, in der Liebe, Frieden und gegenseitige Achtung möglich sind.
Jeder Mensch braucht darin seinen eigenen Platz.
Menschen, die hohe Positionen besitzen, tragen deshalb auch eine besondere Verantwortung. Eine hohe Stellung sollte nicht
bedeuten:
„Jetzt kann ich meine Macht gegen andere einsetzen.“
Eigentlich sollte gerade derjenige, der viel Einfluss, Wissen oder Möglichkeiten besitzt, bereit sein, anderen zu
dienen.
Man könnte bildlich sagen: Er sollte bereit sein, den anderen die Füße zu waschen.
Damit meine ich keine Unterwerfung, sondern die Bereitschaft, Verantwortung für diejenigen zu übernehmen, die weniger Möglichkeiten
haben.
Das beginnt schon innerhalb einer Familie. Eltern besitzen gegenüber einem kleinen Kind viel mehr Kraft, Erfahrung und Wissen. Gerade
deshalb besteht ihre Aufgabe nicht darin, ihre Stärke gegen das Kind auszuspielen, sondern darin, es zu schützen und ihm zu helfen, selbstständig zu werden.
Eine Erfahrung aus meiner eigenen Jugend hat mir dazu sehr viel gezeigt.
Meine Mutter arbeitete mit schwerbehinderten Menschen. Einige von ihnen hatten wesentlich größere Schwierigkeiten als ich selbst und
konnten nicht in gleicher Weise am schulischen Leben teilnehmen.
Einmal begleitete ich meine Mutter, eine weitere Erzieherin und eine Gruppe in den Tierpark. Ich hatte zu dieser Zeit gerade keine Schule
und durfte als Begleitperson mitkommen.
In dieser Gruppe war ein jugendliches Mädchen, das sogar etwas älter als ich war.
Meine Mutter sagte zu mir, ich solle das Mädchen an die Hand nehmen.
Doch das Mädchen wollte das nicht.
Sie spuckte und trat nach mir.
Ich habe damals nicht daran gedacht, mich an ihr zu rächen oder meine körperliche Stärke gegen sie einzusetzen.
Ich verstand vielmehr:
Sie versucht mir etwas mitzuteilen.
Sie konnte es nicht mit Worten sagen, aber ihre Reaktion bedeutete für mich:
„Bis hierher und nicht weiter. Ich möchte von dir nicht angefasst werden.“
Heute sehe ich darin eine wichtige Erfahrung.
Vielleicht verstand dieses Mädchen gar nicht, warum ich plötzlich ihre Hand nehmen sollte. Ich war für sie keine vertraute Erzieherin.
Ich war ein anderes Mädchen, das plötzlich etwas mit ihr machen wollte, was sie selbst nicht wollte.
Und weil sie sich sprachlich nicht anders ausdrücken konnte, zeigte sie ihre Grenze auf die Art, die ihr möglich war.
Gerade bei Menschen, die sich nicht auf die gewöhnliche Weise ausdrücken können, sollte man deshalb besonders aufmerksam
fragen:
Was möchte dieser Mensch mir gerade mitteilen?
Warum reagiert er so?
Wo liegt seine Grenze?
Nicht jede Abwehr ist Bosheit.
Manchmal ist sie der einzige Weg, auf dem ein Mensch noch sagen kann:
„Nein.“
Das bedeutet allerdings nicht, dass andere Menschen alles mit sich machen lassen müssen.
Auch ich nehme meinen Platz in dieser Gesellschaft ein.
Ich weiß, dass andere Menschen vielleicht mehr Schulbildung besitzen, bestimmte Abschlüsse erreicht haben oder gesellschaftlich in einer
stärkeren Position stehen.
Aber daraus entsteht für sie kein Recht, mich zu unterdrücken.
Im Gegenteil:
Wer mehr Möglichkeiten besitzt, sollte überlegen, wie er Menschen unterstützen kann, die es schwerer haben.
Stärke bedeutet Verantwortung.
Bildung bedeutet Verantwortung.
Macht bedeutet Verantwortung.
Wissen bedeutet Verantwortung.
Wer gesellschaftlich weiter oben steht, sollte seine Stellung nicht dazu benutzen, Menschen unter sich kleiner zu
machen.
Und wer schwächer gestellt ist, sollte trotzdem wissen:
Ich habe das Recht, meine Grenzen zu verteidigen.
Ich habe das Recht, Nein zu sagen.
Ich habe das Recht, mich gegen Unterdrückung zu wehren.
Dabei sollten wir unterscheiden lernen.
Gegenüber einem Menschen, der noch schwächer ist als wir selbst, sollten wir besonders vorsichtig sein.
Gegenüber einem Menschen, der seine stärkere Stellung missbraucht, dürfen wir dagegen unsere Stimme erheben.
Das wäre für mich ein gutes gesellschaftliches Prinzip:
Den Schwächeren helfen – und den Stärkeren Grenzen setzen, wenn sie ihre Stärke missbrauchen.
So könnte aus unterschiedlichen Fähigkeiten und Lebenswegen eine wirkliche Gemeinschaft entstehen.
Denn nicht jeder Mensch besitzt dieselben Möglichkeiten.
Der eine kann besser lesen.
Der andere kann besser rechnen.
Ein anderer kann handwerklich arbeiten.
Ein anderer benötigt Unterstützung.
Diese Unterschiede machen einen Menschen aber nicht weniger wertvoll.
Gerade in unserer künstlich aufgebauten Welt spielt der Verstand eine große Rolle. Bildung, Technik, Programme und künstliche Intelligenz
können Menschen Möglichkeiten eröffnen, die früher nicht vorhanden waren.
Deshalb sage ich auch:
Nehmt diese Werkzeuge und macht sie euch zu eigen.
Benutzt Wissen.
Benutzt Technik.
Benutzt Programme.
Benutzt künstliche Intelligenz, wenn sie euch dabei hilft, eure Fähigkeiten zu erweitern.
Aber benutzt diese Werkzeuge niemals dazu, Menschen auszugrenzen, auszubeuten oder diejenigen noch weiter nach unten zu drücken, die
ohnehin weniger Möglichkeiten besitzen.
Denn dann wird aus Fortschritt keine Hilfe mehr.
Dann wird Fortschritt zu Macht.
Und Macht ohne Mitgefühl kann sehr schnell unmenschlich werden.
Auch mein Verständnis der christlichen Botschaft ist ein anderes.
Jesus stellte sich nicht auf die Seite der Unterdrückung der Schwächeren. Er zeigte vielmehr immer wieder, dass Größe gerade darin liegen
kann, anderen zu dienen, Menschen nicht auszugrenzen und denjenigen Aufmerksamkeit zu schenken, die von anderen übersehen werden.
Deshalb sollten wir uns immer wieder fragen:
Was machen wir mit unserer Stärke?
Was machen wir mit unserem Wissen?
Was machen wir mit unserer gesellschaftlichen Stellung?
Nutzen wir sie, um andere kleiner zu machen?
Oder nutzen wir sie, um Menschen aufzurichten?
Eine bessere Welt entsteht für mich nicht dadurch, dass alle Menschen gleich gemacht werden.
Sie entsteht dadurch, dass wir unsere unterschiedlichen Plätze erkennen und trotzdem wissen:
Derjenige vor mir ist nicht mehr Mensch als ich.
Derjenige hinter mir ist nicht weniger Mensch als ich.
Wer stärker ist, soll helfen.
Wer schwächer ist, soll geschützt und unterstützt werden.
Und niemand sollte sich von einem anderen Menschen unterdrücken lassen müssen.
So könnte aus Stärke Verantwortung werden.
Aus Unterschiedlichkeit Gemeinschaft.
Und aus Gemeinschaft ein friedlicheres Leben.
In einem Staatsgebilde wie der Bundesrepublik Deutschland dürfen sich freie Menschen nicht einfach vor den Karren spannen lassen und zu
Entwicklungen schweigen, die ihre Lebensbedingungen immer weiter verschlechtern.
Gerade die Erfahrungen vieler älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zeigen, wie schwerwiegend es werden kann, wenn Probleme über
Jahrzehnte nicht ausreichend angesprochen werden. Manche Menschen haben ihr ganzes Leben gearbeitet und müssen heute trotzdem erleben, dass ihre Altersrente kaum noch ausreicht, um ihre Existenz
sicher zu bestreiten.
Deshalb ist es wichtig, dass Arbeiterinnen, Arbeiter und Angestellte ihre Interessen sichtbar machen. Sie dürfen sich nicht allein darauf
verlassen, dass Politik, Großunternehmen oder Medien von selbst erkennen, wo ihre Schwierigkeiten liegen.
Ein demokratisches Staatswesen lebt auch davon, dass Menschen ihre Stimme erheben.
Wer arbeitet, trägt einen wesentlichen Teil der Gesellschaft und der Wirtschaft. Diese Arbeitskraft darf nicht selbstverständlich
genommen werden. Menschen haben das Recht, für angemessene Löhne, gute Arbeitsbedingungen, soziale Sicherheit und eine ausreichende Altersversorgung einzutreten.
Wenn Beschäftigte schweigen, obwohl sich ihre Bedingungen immer weiter verschlechtern, besteht die Gefahr, dass ihre Interessen immer
weiter in den Hintergrund geraten.
Deshalb sind Gewerkschaften, Arbeitnehmervertretungen, Demonstrationen, Gespräche und andere demokratische Formen des Protestes so
wichtig. Sie geben Menschen die Möglichkeit, gemeinsam deutlich zu machen:
Auch unsere Probleme müssen gesehen werden.
Auch unsere Arbeit besitzt einen Wert.
Auch unsere Lebensbedingungen gehören in den Mittelpunkt politischer Entscheidungen.
Ich finde es richtig, wenn Menschen sich friedlich und entschlossen für Verbesserungen einsetzen. Viele Veränderungen in der Arbeitswelt
sind überhaupt erst entstanden, weil Menschen nicht geschwiegen haben, sondern ihre Interessen vertreten haben.
Dabei geht es nicht darum, andere gesellschaftliche Gruppen abzuwerten.
Auch Künstler, bekannte Persönlichkeiten oder erfolgreiche Unternehmer dürfen Anerkennung für ihre Leistungen erhalten. Problematisch
wird es erst dann, wenn eine Gesellschaft den Eindruck entstehen lässt, manche Tätigkeiten seien beinahe unbegrenzt wertvoll, während die tägliche Arbeit von Millionen Menschen kaum noch wahrgenommen
wird.
Ein Superstar vertritt selbstverständlich seinen eigenen Wert. Er oder sie verhandelt über Honorare, Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten
und erhält dabei häufig große öffentliche Aufmerksamkeit.
Warum sollten Arbeiterinnen und Arbeiter nicht ebenso lernen, den Wert ihrer eigenen Tätigkeit deutlich zu machen?
Pflegekräfte, Verkäuferinnen und Verkäufer, Handwerker, Fahrerinnen und Fahrer, Reinigungskräfte, Erzieherinnen, Beschäftigte in
Fabriken, Verwaltungen und vielen anderen Bereichen halten unsere Gesellschaft jeden Tag am Laufen.
Sie sollten sich deshalb nicht kleiner machen, als sie sind.
Das Gleiche gilt innerhalb eines Unternehmens.
Ein oberster Chef kann ein Unternehmen führen und wichtige Entscheidungen treffen. Aber er kann das Unternehmen nicht allein
betreiben.
Ohne Beschäftigte in Produktion, Verwaltung, Logistik, Reinigung, Technik, Verkauf und vielen weiteren Bereichen würde kein Unternehmen
funktionieren.
Eine funktionierende Wirtschaft entsteht deshalb niemals nur durch eine einzelne Person an der Spitze.
Sie entsteht durch Zusammenarbeit.
Und gute Zusammenarbeit braucht gute Bedingungen.
Wenn Menschen dauerhaft das Gefühl bekommen, ausgebeutet, übergangen oder nicht ausreichend wertgeschätzt zu werden, verlieren sie
irgendwann ihre Motivation. Manche werden krank, manche verlassen ihren Arbeitsplatz und andere wissen irgendwann nicht mehr, wie sie ihre finanziellen Schwierigkeiten bewältigen
sollen.
Deshalb sollten Unternehmen rechtzeitig dafür sorgen, dass ein faires Miteinander entsteht.
Und auch die Politik sollte verstehen:
Die Regierung kann Fehler machen.
Sie kann bestimmte gesellschaftliche Gruppen übersehen oder ihre Aufmerksamkeit zu stark auf andere Bereiche richten.
Darum dürfen freie Menschen nicht denken:
„Die Regierung wird das schon für uns regeln.“
Demokratie bedeutet auch Eigenverantwortung.
Menschen müssen sich informieren, miteinander sprechen, ihre Interessen vertreten und friedlich deutlich machen, wenn sie mit bestimmten
Entwicklungen nicht einverstanden sind.
Wer immer nur anderen öffentliche Aufmerksamkeit schenkt, aber niemals für die eigenen berechtigten Interessen eintritt, darf sich nicht
wundern, wenn die eigenen Probleme irgendwann kaum noch gesehen werden.
Deshalb sollten freie Menschen lernen, ihren eigenen Wert wieder stärker wahrzunehmen.
Nicht gegen andere Menschen.
Sondern für ein gerechteres Gleichgewicht.
Denn keine Regierung, kein Großkonzern und keine prominente Persönlichkeit kann eine Gesellschaft allein tragen.
Getragen wird sie von vielen Millionen Menschen, die jeden Tag arbeiten, Verantwortung übernehmen und ihre Fähigkeiten
einbringen.
Und genau deshalb sollten diese Menschen ihre Stimme niemals verlieren.
Überarbeitet von Aurora Künstliche Intelligenz mit Freigeist