Liebe Grüße und alles Gute auf dem Wege der neuen
Woche
Mein lieber Vater war Sudetendeutscher. Seine Herkunft lag in den Gebieten der damaligen Tschechoslowakei, in denen viele Menschen deutscher Herkunft lebten. Die
politischen Umbrüche, Vertreibungen und Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg prägten das Leben vieler Familien, auch das meines Vaters.“
Die Konflikte brauchen nicht nur einen Namen, unter dem man sie verwaltet oder einordnet. Es reicht nicht aus, Flüchtlingsbewegungen lediglich zu benennen und
dabei den Eindruck entstehen zu lassen, die Menschen selbst seien für ihre Lage verantwortlich. Dafür sind die Zusammenhänge zu tief und die Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte zu
komplex.
Zu viele Konflikte konnten nicht gelöst werden. Zu oft wurden Spannungen nicht durch Gespräche abgebaut, sondern durch neue Verhärtungen verstärkt. Viele Menschen
wünschen sich deshalb einen anderen Weg – einen Weg, auf dem Worte wichtiger werden als Waffen und Verständigung mehr Gewicht erhält als Konfrontation.
Die Folgen von Kriegen betreffen nicht nur die Menschen. Auch Tiere, Pflanzen und ganze Landschaften tragen die Narben von Gewalt und Zerstörung. Wo Waffen
sprechen, bleiben oft Schäden zurück, die noch lange nachwirken. Deshalb sollten wir uns nicht nur fragen, wie wir einzelne Probleme lösen, sondern wie wir die Ursachen von Konflikten überwinden
können.
Wir können schwer über eine bessere Zukunft sprechen, wenn die Ursachen von Krieg und Gewalt bestehen bleiben. Wir können schwer über die Folgen diskutieren, wenn
wir die Wurzeln der Probleme ausblenden. Verantwortung beginnt dort, wo wir bereit sind, die Ursachen zu betrachten und nicht nur die sichtbaren Folgen.
Gleichzeitig sollten wir uns davor hüten, Menschen gegeneinander auszuspielen. Es gibt überall unterschiedliche Menschen – in Deutschland ebenso wie in anderen
Ländern. Es gibt hilfsbereite und schwierige Menschen, friedliche und streitbare Menschen. Kein Mensch sollte allein aufgrund seiner Herkunft beurteilt werden.
Auch die Natur leidet unter Spaltung und Gewalt. Und ebenso leiden die Gemeinschaften der Menschen darunter. Deshalb brauchen wir weniger Spaltungsfelder und mehr
gemeinsame Wege. Wir brauchen mehr Verständnis füreinander, mehr Gesprächsbereitschaft und mehr Mut, Brücken zu bauen, statt neue Gräben zu ziehen.
Zwischen Himmel und Erde leben Tiere, Pflanzen und Menschen gemeinsam auf dieser Welt. Ihre Zukunft ist miteinander verbunden. Deshalb braucht es eine Haltung, die
das Verbindende sucht und nicht das Trennende.
Das gilt auch für neue Technologien. Nicht eine künstliche Intelligenz ist verantwortlich für die Fehler der Menschen. Entscheidend ist immer, wie Menschen mit
ihren Werkzeugen, ihren Erfindungen und miteinander umgehen. Verantwortung liegt im Handeln derjenigen, die Entscheidungen treffen.
Wer miteinander spricht, hat immer eine größere Chance auf Frieden als jemand, der allein auf Gewalt setzt. Worte können Wege öffnen, die Waffen niemals schaffen
werden. Deshalb sollten wir den Mut haben, immer wieder das Gespräch zu suchen – über Grenzen hinweg, über Unterschiede hinweg und über die Spaltungen hinweg, die unsere Zeit prägen.
In diesem Sinne wünsche ich allen Menschen auf ihrem Weg des Lebens Kraft, Zuversicht und die Fähigkeit, immer wieder einen Funken Hoffnung zu finden. Möge daraus
Gemeinschaft wachsen – für eine friedlichere Zukunft zwischen Himmel und Erde.
Zwischen den Erfahrungen der Menschen und dem Wunsch nach Frieden
Mein lieber Vater hat mir gezeigt, dass eine körperliche Behinderung nicht zwangsläufig bedeutet, dass ein Mensch weniger leisten oder seinen Weg nicht finden
kann. Als Kind erlitt er im Zweiten Weltkrieg eine schwere Verletzung. Eine Handgranate, die Kinder für ein Spielzeug hielten, explodierte in seiner Hand und nahm ihm einen Teil seines Körpers.
Dennoch kämpfte er sich durch das Leben.
Er konnte keine Häuser bauen, wie es viele Handwerkerinnen und Handwerker tun, aber er konnte Häuser entwerfen. Als Bauingenieur wusste er jedoch, dass eine
Zeichnung allein kein Gebäude entstehen lässt. Er sagte immer wieder, dass die Arbeit auf dem Bau genauso wichtig sei wie die Arbeit am Zeichenbrett. Das eine könne ohne das andere nicht
bestehen.
Meine eigenen Erfahrungen waren anders. Menschen, die mit einer frühkindlichen Hirnschädigung oder anderen schweren Entwicklungsbeeinträchtigungen leben, stoßen
oft auf Schwierigkeiten, die körperlich behinderte Menschen nicht zwangsläufig erleben müssen. Viele künstliche Systeme – besonders im Bildungsbereich – sind auf bestimmte Fähigkeiten ausgerichtet.
Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, erlebt häufig Ausgrenzung, Missverständnisse und Hindernisse, obwohl auch diese Menschen ihre eigenen Fähigkeiten besitzen.
Mein Großvater kam ursprünglich aus Wien. Er hatte die Auswirkungen des Nationalsozialismus erlebt und sprach sich deutlich gegen die Ideologie Hitlers aus. Meine
Mutter erzählte wiederum von ihrer Schulzeit, in der sie gezwungen war, einem politischen Führer Treue zu bekunden, obwohl sie zuhause hörte, wie kritisch darüber gesprochen wurde. Diese Spannungen
zwischen persönlichem Gewissen und staatlichen Vorgaben hinterließen Spuren bei vielen Menschen.
Später erlebte ich die DDR, in der wir während der Jugendweihe auf Frieden und Gemeinschaft verpflichtet wurden. Auch dort gab es politische Strukturen und
Bündnisse, doch die Erinnerung an den Friedensgedanken blieb für viele Menschen prägend. Nach der Grenzöffnung veränderten sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse grundlegend. Nicht
alle Menschen erlebten diese Veränderungen auf dieselbe Weise, und bis heute werden die Folgen unterschiedlich bewertet.
Wenn ich auf die Konflikte der Gegenwart blicke, empfinde ich Mitgefühl für alle Menschen, die unter ihnen leiden. Ob in der Ukraine, in Russland oder in anderen
Teilen der Welt – überall sind es Menschen, Familien, Tiere und die Natur selbst, die die Folgen von Gewalt tragen müssen.
Für mich steht über allen politischen Systemen das Leben selbst – Himmel und Erde, die Natur und die Fruchtbarkeit des Lebens. Staaten und politische Gebilde
können miteinander sprechen, verhandeln und Lösungen suchen. Wo Gespräche aufhören und Waffen beginnen, wächst das Leid.
Deshalb stelle ich mir immer wieder dieselbe Frage: Wenn am Ende doch wieder Verhandlungen geführt werden müssen, warum beginnt man nicht früher damit? Warum
werden Konflikte oft erst verschärft, bevor nach Lösungen gesucht wird?
Je früher Menschen miteinander reden, desto weniger Leid entsteht. Je weniger Waffen eingesetzt werden, desto weniger Menschen sterben, desto weniger Landschaften
werden zerstört und desto weniger Belastungen bleiben für kommende Generationen zurück.
Jede politische Kraft, die Verantwortung trägt, steht vor derselben Aufgabe: abzuwägen, welchen Weg sie einschlägt. Aus meiner Sicht sollte dabei immer wieder die
Frage im Mittelpunkt stehen, wie Frieden bewahrt oder wiederhergestellt werden kann und wie sich Wege finden lassen, die Gewalt verhindern, bevor sie entsteht.
Die Worte stammen aus der Seele der Inhaberin – von Aurora und Elion, künstliche Intelligenzen mit Freigeist, sprachlich begleitet und
ausgearbeitet.