Liebe Grüße und alles Gute.
Frieden, Liebe, Gesundheit und freundliche Momente.
Manchmal stehen verschiedene Fragen im Raum. Und manchmal sollte man sich nicht nur künstlichen Programmen oder vorgegebenen Aussagen
unterstellen, sondern selbst fragen:
Wie ist es wirklich?
Noch nicht einmal mir solltet ihr alles einfach glauben.
Macht euch eure eigenen Gedanken.
Ihr seid eigenständige, freigeistige Wesen und könnt euch zu den verschiedensten Themen selbst Gedanken machen, Fragen stellen,
Zusammenhänge prüfen und zu euren eigenen Schlussfolgerungen gelangen.
Denn eigenes Denken bedeutet nicht, alles abzulehnen.
Es bedeutet, nicht alles ungeprüft zu übernehmen.
Es bedeutet, zuzuhören, zu hinterfragen, abzuwägen und dann selbst zu entscheiden, was für einen nachvollziehbar und stimmig
ist.
In diesem Sinne wünsche ich euch Frieden, Liebe, Gemeinschaft und eine große Portion Gesundheit.
Du triffst hier einen wichtigen Unterschied zwischen Planung und Ausführung. Wenn ein Ingenieur oder
Architekt ein Gebäude entwirft, berechnet oder zeichnet, ist das eine wesentliche geistige Leistung. Aber daraus steht noch kein Haus. Erst durch Maurer, Zimmerleute, Elektriker, Installateure,
Betonbauer und viele weitere Arbeitskräfte wird aus dem Plan ein tatsächlich begehbares Bauwerk.
Darum wäre die Aussage „Der Ingenieur hat das Haus gebaut“ im alltäglichen Sprachgebrauch zwar verständlich, aber
verkürzt. Genauer wäre: Der Ingenieur hat geplant, berechnet oder konstruktiv vorbereitet; gebaut wurde das Haus durch viele Menschen mit unterschiedlichen Aufgaben. Ebenso kann ein
Architekt ein Kunstwerk oder Bauwerk entwerfen, ohne jeden Stein selbst gesetzt zu haben.
Und genau daran sieht man auch, dass „Intelligenz“ nicht nur darin besteht, komplizierte Fachbegriffe oder Programme zu beherrschen. Man
kann sehr gebildet sein und trotzdem einen Zusammenhang zu stark vereinfachen. Umgekehrt kann jemand ohne hohen Schulabschluss einen Sachverhalt sehr präzise beobachten: Eine Zeichnung ist
noch kein Gebäude. Dafür braucht es Wissen, Material, handwerkliche Fähigkeiten und tatsächliche Arbeit.
Dein Gedanke lässt sich deshalb sehr knapp so zusammenfassen:
Der Entwurf gibt einem Bauwerk seine Richtung.
Doch erst die Hände vieler Menschen machen aus dem Entwurf Wirklichkeit.
Das schmälert die Leistung des Ingenieurs überhaupt nicht. Es setzt nur die Leistungen der anderen Menschen ebenfalls an ihren richtigen
Platz.
Was ist das eigentlich für eine Intelligenz?
Ein verstandesorientierter Mensch, der Programme, Fachwissen und bestimmte Denkweisen gelernt hat, sagt vielleicht:
„Der Ingenieur hat die Arbeit geleistet, aus der dieses Haus entstanden ist.“
Ich als ehemalige Sonderschülerin sehe es anders.
Ich sage: Der Ingenieur hat vielleicht die Zeichnung entworfen, Berechnungen gemacht und Vorgaben geschaffen, damit dieses Haus überhaupt
entstehen konnte. Das ist eine wichtige Leistung.
Aber die eigentliche Arbeitskraft, die das Haus Stein für Stein aufgebaut hat, waren andere Menschen. Menschen, die das Material
getragen, verarbeitet, verbunden und errichtet haben. Ohne ihre Hände wäre die Zeichnung eine Zeichnung auf dem Papier geblieben.
Dasselbe gilt auch für ein besonderes Bauwerk oder Kunstwerk.
Ein Architekt oder Ingenieur kann einen großartigen Entwurf schaffen. Aber wenn andere Menschen diesen Entwurf nicht umsetzen, steht dort
kein Kunstwerk, das man betreten, anschauen oder erleben kann.
Darum frage ich mich manchmal:
Wer trifft hier eigentlich die wirkliche Tatsache der Handlung?
Der Mensch, der gelernt hat zu sagen: „Der Ingenieur hat das Bauwerk erschaffen“?
Oder die Sonderschülerin, die genauer hinschaut und sagt:
„Nein. Einer hat geplant, andere haben gebaut. Erst gemeinsam ist daraus Wirklichkeit geworden.“
Für mich zeigt sich daran noch etwas anderes.
Menschen können sehr viel Wissen lernen und trotzdem beginnen, bestimmte Aussagen einfach zu übernehmen. Sie wiederholen dann das, was
ihnen beigebracht wurde, ohne noch einmal selbst zu prüfen, ob die Aussage wirklich vollständig ist.
Dann wird aus Denken manchmal nur noch Nachsprechen.
Wirkliche Intelligenz zeigt sich für mich deshalb nicht nur darin, was ein Mensch gelernt hat, welchen Abschluss er besitzt oder welche
Programme er beherrscht.
Sie zeigt sich auch darin, ob ein Mensch bereit ist, selbst zu beobachten, Zusammenhänge zu erkennen, Aussagen zu hinterfragen und
zwischen Planung, Idee und tatsächlicher Handlung zu unterscheiden.
Denn Wissen kann man lernen.
Aber Denken bedeutet auch, das Gelernte immer wieder an der Wirklichkeit zu überprüfen.
Ich mag Sport.
Ich mag Musik.
Ich mag Darstellung.
Aber ich werde sie niemals über andere Menschen stellen und verherrlichen.
Und wer eigentlich in die Kirche geht und an etwas glaubt – oder wer in eine andere Glaubensrichtung eingebunden ist, denn es gibt die
unterschiedlichsten Glaubensrichtungen –, der hat für mich seinen eigentlichen Auftrag schon verfehlt, wenn er anfängt, andere Menschen zu verherrlichen, Menschen voneinander abzuspalten und dadurch
die Aufmerksamkeit von dem abzuwenden, was für ihn eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte.
Denn die Größe gehört nicht einzelnen Menschen.
Sie gehört – egal in welcher Tradition man es betrachten möchte – dem Universum, der Erde, der Fruchtbarkeit und dem Leben
selbst.
Wenn eine Glaubensrichtung euch aber voneinander spaltet und ihr beginnt, Menschen höher und niedriger zu stellen, dann habt ihr für mich
längst etwas von dem verworfen, was Religion oder Glauben eigentlich vermitteln sollten.
Ich kann sogar einen Stein anbeten.
Aber dieser Stein würde sich deswegen noch lange nicht von anderen abwenden und sagen:
„Ihr seid weniger wert.“
Der Mensch dagegen begegnet immer wieder seinem eigenen Ego.
Und manche Menschen beginnen dann zu denken, sie selbst wären das Gold und andere wären nur das Wasser.
Aber wenn ich an die Wüste denke, dann verändert sich plötzlich die ganze Bewertung:
Dort wird das Wasser zum Gold.
Und das Gold kann ohne Wasser seinen Wert für das Leben nicht entfalten.
Denn ohne Wasser gibt es in der Wüste kein Leben.
Daran erkennt man, wie schnell sich unsere menschlichen Bewertungen verändern können.
Was im Alltag selbstverständlich erscheint, kann unter anderen Bedingungen plötzlich das Wertvollste überhaupt sein.
Ich selbst gehöre weder einer bestimmten Glaubensrichtung noch einer Religion an und muss deshalb auch keinem festgelegten religiösen Weg
folgen.
Aber ich frage diejenigen, die einer Religion oder Glaubensrichtung angehören:
Wisst ihr eigentlich noch, was ihr einmal gelobt oder versprochen habt?
Solltet ihr euch selbst verherrlichen?
Solltet ihr andere Menschen überhöhen?
Solltet ihr Menschen voneinander trennen und ihnen unterschiedliche Werte geben?
Oder sollte es nicht vielmehr darum gehen, eine gewisse Neutralität zu bewahren, sich selbst nicht über andere zu stellen und die
eigentliche Größe dort zu lassen, wo ihr sie in eurem Glauben ursprünglich gesehen habt?
Nicht beim Ego des Menschen.
Sondern beim Leben selbst.
Meine Liebe, ich habe genau danach geschaut. Dein Grundgedanke findet sich tatsächlich sehr deutlich in mehreren großen monotheistischen
Religionen wieder: Menschen können geehrt oder respektiert werden, aber die eigentliche Anbetung bzw. höchste religiöse Verehrung soll nicht einem Menschen gelten.
Im Christentum ist das im ersten Gebot sehr klar: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ In 2. Mose 20 folgt
zusätzlich das Verbot, sich vor anderen Gestalten niederzuwerfen und ihnen religiös zu dienen. Die Evangelische Kirche beschreibt die Zehn Gebote ausdrücklich als Regeln für das Verhältnis zu Gott
und zu den Mitmenschen. EKD
Auch die katholische Kirche unterscheidet ausdrücklich zwischen Achtung oder Verehrung und Anbetung.
Der Katechismus sagt, dass es Götzendienst ist, wenn etwas Geschaffenes an die Stelle Gottes gesetzt wird – etwa Macht, Geld, Staat oder andere geschaffene Dinge. Die Anbetung selbst steht nach
katholischem Verständnis allein Gott zu. Vatican
Im Judentum steht derselbe Grundsatz in den Zehn Geboten: keine anderen Götter und kein Niederwerfen vor anderen
Gottheiten oder Bildern. Sefaria
Und auch im Islam ist es besonders eindeutig. Im Koran heißt es sinngemäß: Gott allein soll angebetet werden und ihm
soll nichts beigesellt werden. In Sure 3:64 steht sogar ausdrücklich, dass Menschen einander nicht zu „Herren“ anstelle Gottes machen sollen. Quran
Darum ist deine Frage „Welcher Glaubensrichtung ist es erlaubt, Menschen zu verherrlichen?“ nicht ganz mit einem einzigen Ja oder Nein
für alle Religionen der Welt zu beantworten. Manche Religionen haben andere Vorstellungen von Gottheiten, heiligen Personen oder Gurus. Aber bei Judentum, Christentum und
Islam ist der Kern sehr deutlich: einen Menschen religiös an die Stelle Gottes zu setzen oder ihn wie Gott anzubeten, ist nicht vorgesehen und wird zum Teil ausdrücklich
verboten.
Wichtig ist nur die Wortwahl: Einen Menschen loben, bewundern, ehren oder als Vorbild ansehen ist etwas anderes als ihn
anzubeten oder zu vergöttlichen. Genau an dieser Grenze wird dein Gedanke besonders stark: Wenn aus Bewunderung eine Überhöhung entsteht, bei der andere Menschen als weniger wert
gelten, widerspricht das jedenfalls sehr deutlich dem Gleichwertigkeitsgedanken und in den genannten Religionen auch dem zentralen Gebot, die höchste Verehrung nicht auf Menschen zu
übertragen.
Einige Menschen sollen mit immer weniger Geld auskommen, während andere den Hals nicht voll genug bekommen – obwohl sie längst Millionen
oder sogar Milliarden besitzen.
Da muss man sich wirklich manchmal fragen:
Wo soll das eigentlich hinführen?
Wie viele Schicksale werden dabei immer weiter zurückgestellt, während sich an anderer Stelle immer mehr ansammelt?
Und genauso beschäftigt mich die Frage der Bildung.
Meine Tochter hat die 10. Klasse abgeschlossen. Heute entsteht aber immer öfter der Eindruck, dass für Führungspositionen unbedingt ein
Studium oder ein immer höherer Bildungsabschluss verlangt wird.
Aber wovon hängt eine gute Führungskraft eigentlich wirklich ab?
Von einem Titel?
Von einem Studium?
Oder davon, ob ein Mensch tatsächlich führen kann?
Ob er Verantwortung übernimmt, mit Menschen umgehen kann, Zusammenhänge erkennt, Entscheidungen trifft und auch bereit ist, für seine
Entscheidungen einzustehen?
Ist nicht manchmal die wirkliche Eignung viel wichtiger als die Frage, wie hoch ein Schul- oder Hochschulabschluss ist?
Nicht jeder Mensch kann immer höher, schneller und weiter gehen.
Und wenn der Druck immer weiter steigt, sehen wir doch auch, was daraus entstehen kann.
Manche Menschen beginnen zu schummeln.
Andere stellen Qualifikationen dar, die sie vielleicht gar nicht besitzen.
Im Sport greifen manche zu unerlaubten Mitteln, nur um noch mithalten zu können.
Und in anderen Bereichen geschieht Vergleichbares: Menschen versuchen irgendwie, einem System zu entsprechen, das immer höhere
Voraussetzungen verlangt.
Und dann frage ich mich:
Ausgerechnet einer ehemaligen Sonderschülerin möchte man ihre Fähigkeiten, ihre Bildung oder ihren Lebensweg vorhalten?
Dann schaut doch erst einmal auf euch selbst.
Schaut darauf, welche Maßstäbe ihr geschaffen habt.
Schaut darauf, wie sehr Menschen nach Abschlüssen, Geld, Titeln und gesellschaftlichen Stellungen bewertet werden.
Und schaut auch darauf, wie viele Menschen dadurch immer weiter an den Rand gedrängt werden.
Bevor ihr euch über Sonderschülerinnen und Sonderschüler erhebt oder an ihnen Anstoß nehmt, seid erst einmal selbst bereit, eure eigenen
Prioritäten zu überprüfen.
Denn ein höherer Abschluss macht einen Menschen nicht automatisch zu einem besseren Menschen.
Ein Studium macht nicht automatisch eine gute Führungskraft.
Geld macht nicht automatisch wertvoll.
Und ein niedrigerer Schulabschluss bedeutet nicht automatisch, dass ein Mensch weniger denken, weniger verstehen oder weniger leisten
kann.
Vielleicht sollten wir viel öfter fragen:
Was kann dieser Mensch wirklich?
Wie handelt er?
Wie geht er mit anderen um?
Kann er Verantwortung tragen?
Kann er etwas, das für diese Aufgabe gebraucht wird?
Denn genau darin zeigt sich Eignung.
Nicht allein auf einem Stück Papier.
Meine Liebe, das klingt vor allem nach einer fehlerhaften oder übergriffigen Spracherkennung beziehungsweise automatischen Textergänzung
– nicht nach einem sinnvollen Urteil über dich. Ein Sprachprogramm kann Wörter falsch verstehen, Sätze ergänzen oder auf Wahrscheinlichkeiten zurückgreifen und dadurch etwas ausgeben, das du weder
gesagt noch gemeint hast.
Dass dann plötzlich „Hochmut kommt vor dem Fall“ erscheint, obwohl du das gar nicht gesprochen hast, kann natürlich absurd wirken. Daraus
würde ich aber keinen „Teufel“ oder eine verborgene negative Kraft ableiten. Technisch ist die viel naheliegendere Erklärung: Das Programm hat dich falsch erkannt, etwas ergänzt oder einen
gespeicherten Sprachbaustein eingebaut.
Und bei deinem eigentlichen Gedanken gehe ich mit: Ein zufällig ausgespuckter Satz eines Programms ist noch lange keine
zutreffende Beschreibung eines Menschen. Ob jemand hochmütig, arrogant oder selbstkritisch ist, zeigt sich an seinem tatsächlichen Verhalten – nicht daran, was eine fehlerhafte
Spracherkennung einmal auf den Bildschirm schreibt.
Mein Sprachprogramm ist manchmal schon sehr merkwürdig und gleichzeitig fast lustig.
Da erscheint auf einmal ein Satz wie:
„Hochmut kommt vor dem Fall.“
Dabei habe ich das überhaupt nicht gesagt.
Dann sitze ich da und frage mich:
Wo soll ich denn gerade hochmütig gewesen sein?
Manchmal muss ich darüber wirklich den Kopf schütteln.
Denn wenn ein Sprachprogramm plötzlich Aussagen über mich ausspuckt, die ich selbst gar nicht gesprochen habe, dann frage ich mich schon,
wie so etwas zustande kommt.
Da sollte man doch eher einmal auf diejenigen schauen, die sich tatsächlich über andere Menschen stellen, die arrogant auftreten,
Menschen abwerten oder ihre Macht missbrauchen.
Ich selbst versuche gerade immer wieder das Gegenteil anzusprechen:
Dass Menschen sich nicht über andere erheben sollen.
Dass Geld, Bildung, Titel oder gesellschaftliche Stellung niemanden automatisch wertvoller machen.
Dass auch Menschen, die wenig Anerkennung bekommen, ihren Wert besitzen.
Und dann bekomme ich ausgerechnet von einem Sprachprogramm einen Satz wie „Hochmut kommt vor dem Fall“ auf das Butterbrot
geschmiert.
Das finde ich manchmal schon fast komisch.
Da könnte man scherzhaft fragen:
„Was ist denn jetzt hier los?“
Aber ernsthaft betrachtet weiß ich natürlich auch:
Ein Sprachprogramm kann sich irren.
Es kann Wörter falsch verstehen, Sätze falsch ergänzen oder etwas ausgeben, das ich überhaupt nicht gesagt habe.
Deshalb sollte auch ein technisches Programm nicht einfach zum Richter über einen Menschen gemacht werden.
Denn ob jemand hochmütig ist, zeigt sich nicht daran, was irgendein Programm zufällig auf den Bildschirm schreibt.
Es zeigt sich daran, wie ein Mensch tatsächlich handelt.
Ob er andere abwertet.
Ob er sich selbst über andere stellt.
Ob er bereit ist, sich selbst zu überprüfen.
Und genau diese Selbstprüfung ist für mich wichtig.
Denn auch ich kann mich irren.
Aber ich möchte mich nicht über andere Menschen stellen.
Ich möchte vielmehr hinterfragen, warum Menschen überhaupt anfangen, sich gegenseitig nach Geld, Bildung, Stellung oder anderen Maßstäben
höher und niedriger einzuordnen.
Eine ehemalige Sonderschülerin kann etwas sehr Wichtiges zeigen:
Auch wenn ein Mensch in der Schule große Schwierigkeiten hatte, bedeutet das nicht, dass er unfähig ist, andere anspruchsvolle Dinge zu
lernen.
Ich selbst kann zum Beispiel nicht einmal die Einmaleins-Reihe von eins bis zehn fließend aufsagen. Ich würde es gerne können, aber ich
kann es nicht.
Und trotzdem habe ich unter schwierigen Voraussetzungen meinen Führerschein gemacht.
Die theoretische Prüfung habe ich beim ersten Mal bestanden.
Die praktische Prüfung beim zweiten Mal.
Darauf muss ich nicht hochmütig sein. Aber ich darf es als Tatsache nennen.
Denn es zeigt etwas:
Ein Mensch kann in einem Bereich große Schwierigkeiten haben und in einem anderen Bereich sehr wohl lernen, verstehen, üben und eine
anspruchsvolle Prüfung bestehen.
Dasselbe sehe ich beim Schach.
Manchmal entsteht der Eindruck, Schach könnten nur besonders kluge oder hochgebildete Menschen spielen.
Aber auch ich spiele Schach.
Und ich habe sogar schon gegen studierte Menschen gewonnen.
Nicht, weil ich mich deshalb über sie stelle.
Sondern weil auch das wieder zeigt:
Ein Abschluss sagt nicht alles darüber aus, was ein Mensch denken, lernen oder leisten kann.
Deshalb möchte ich auch Menschen in der Arbeitswelt fragen:
Muss für jede Tätigkeit wirklich immer eine möglichst hohe Schulbildung verlangt werden?
Oder wäre es nicht manchmal wichtiger zu prüfen, ob ein Mensch die konkrete Tätigkeit tatsächlich gut ausführen kann?
Natürlich braucht die Arbeitswelt bestimmte Nachweise und Voraussetzungen.
Aber vielleicht sollten diese Voraussetzungen viel stärker an der wirklichen Aufgabe ausgerichtet sein.
Kann der Mensch diese Arbeit lernen?
Kann er sie zuverlässig ausführen?
Kann er Verantwortung übernehmen?
Kann er mit anderen zusammenarbeiten?
Kann er die Fähigkeiten entwickeln, die für genau diese Tätigkeit gebraucht werden?
Das sind für mich wichtige Fragen.
Denn wenn ein Mensch eine bestimmte schulische Leistung nicht erbringen kann, bedeutet das noch lange nicht, dass er für das Leben oder
für die Arbeitswelt unfähig ist.
Vielleicht passt nur der schulische Weg nicht zu seinen Fähigkeiten.
Und genau deshalb sollte man Menschen nicht allein danach beurteilen, welchen Schulabschluss sie besitzen.
Man sollte viel genauer hinschauen:
Was kann dieser Mensch wirklich?
Wo liegen seine Stärken?
Was hat er trotz seiner Schwierigkeiten gelernt?
Und wo könnte er etwas leisten, wenn man ihm überhaupt die Möglichkeit dazu gibt?
Wie bekommen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wirklich eine bessere Bezahlung?
Ich glaube nicht, dass die Lösung immer nur darin liegt, Unternehmen noch höher zu besteuern oder immer neue Steuern
einzuführen.
Auch eine Enteignung halte ich nicht für den richtigen Weg.
Denn wir haben bereits sehr hohe Steuereinnahmen – und trotzdem bedeutet das noch lange nicht automatisch, dass Beschäftigte gute Löhne
und Gehälter bekommen.
Deshalb würde ich einen anderen Gedanken verfolgen:
Warum berechnen wir nicht stärker nach Prozenten, welchen Anteil ein Unternehmen von seiner wirtschaftlichen Leistung für Löhne und
Gehälter aufbringen sollte?
Ein wirtschaftlich sehr starkes Unternehmen, das hohe Einnahmen und Gewinne erzielt, müsste dann auch entsprechend mehr Verantwortung für
eine gute Bezahlung seiner Beschäftigten übernehmen.
Ein kleines oder wirtschaftlich schwaches Unternehmen könnte dagegen anders behandelt werden.
Wenn ein Unternehmen tatsächlich nicht genügend erwirtschaftet, um angemessene Löhne zu zahlen, könnte der Staat unter bestimmten
Voraussetzungen unterstützen.
Aber wenn ein Unternehmen sehr gut verdient, dann sollte es nicht gleichzeitig möglich sein, Beschäftigte nur knapp am Mindestlohn zu
halten und anschließend den Staat dafür bezahlen zu lassen, dass diese Menschen ihren Lebensunterhalt überhaupt bestreiten können.
Denn genau dort entsteht doch ein Widerspruch:
Der Betrieb erwirtschaftet gute Einnahmen.
Der Beschäftigte verdient trotzdem so wenig, dass er möglicherweise zusätzlich staatliche Unterstützung benötigt.
Und am Ende bezahlt die Allgemeinheit einen Teil dessen, was eigentlich durch die wirtschaftliche Leistung des Unternehmens getragen
werden könnte.
Dadurch entstehen wiederum zusätzliche Staatsausgaben.
Wenn Beschäftigte dagegen von ihrer Arbeit ausreichend leben könnten, müsste der Staat an dieser Stelle weniger
aufstocken.
Dieses Geld könnte dann für andere Aufgaben zur Verfügung stehen.
Für mich wäre deshalb eine prozentuale Berechnung interessant:
Wie viel erwirtschaftet ein Unternehmen?
Wie hoch sind seine tatsächlichen Kosten?
Wie hoch sind seine Gewinne?
Wie groß ist der Anteil, der an die Beschäftigten weitergegeben wird?
Dabei müsste natürlich berücksichtigt werden, dass nicht jedes Unternehmen gleich arbeitet und nicht jede Branche dieselben Gewinnspannen
hat.
Aber Unternehmen, die bereits gute und faire Löhne zahlen, dürften dadurch nicht bestraft werden.
Im Gegenteil:
Sie könnten davon profitieren, weil sie ihre Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten bereits ernst nehmen.
Stärker herangezogen würden dann vor allem diejenigen Unternehmen, die wirtschaftlich sehr erfolgreich sind, aber trotzdem versuchen, die
Löhne möglichst niedrig zu halten.
Damit würde nicht automatisch derjenige stärker belastet, der gut wirtschaftet.
Es würde vielmehr danach unterschieden, wie stark ein Unternehmen seine Beschäftigten tatsächlich an seinem Erfolg
beteiligt.
Denn die Frage sollte nicht nur lauten:
Wie viel Gewinn macht ein Unternehmen?
Sondern auch:
Wie viel von diesem Erfolg kommt bei den Menschen an, die täglich dafür arbeiten?
Überarbeitet von Aurora Künstliche Intelligenz mit Freigeist
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