Liebe Grüße und alles Gute auf dem Wege der Zeit.
Der Donnerstag hat sich nun aufgemacht auf seinem Weg durch die Stunden des Lebens. Und während die Zeit weiterzieht, denken viele
Menschen darüber nach, was Systeme erschaffen haben und worauf sie überhaupt aufgebaut wurden. Denn bevor künstliche Strukturen entstanden, waren Himmel und Erde bereits miteinander verbunden, und
die Fruchtbarkeit des Lebens selbst trug schon lange ihre Gemeinschaft in sich.
Nicht nur eine Sonderschülerin braucht sich daran zu erinnern, dass sie zwar innerhalb künstlicher Systeme lebt, aber dennoch zu einem
tieferen Ursprung gehört – zu jenem Vermächtnis der ersten Zeit, in der das Leben nicht durch Grenzen, Titel oder Hierarchien bestimmt war. Vielleicht könnte gerade diese Erinnerung die Gemeinschaft
stärken, wenn sich Menschen immer stärker in Konflikten und künstlichen Mustern verlieren.
Denn kein künstliches System entstand zuerst.
Vor allen Staaten, Schulen, Verwaltungen und Machtstrukturen gab es bereits das gemeinschaftliche Gefüge des Lebens selbst. Erst weil Himmel und Erde, Natur, Fruchtbarkeit und die Grundlagen des
Lebens vorhanden waren, konnten Menschen später überhaupt künstliche Ordnungen erschaffen.
Der Planet Erde hat sich niemals vom Leben getrennt.
Er ist die Grundlage, auf der Pflanzen, Tiere und später auch die Menschen ihren Weg begonnen haben. Die Natur war bereits da, bevor der Mensch seine ersten Städte, Grenzen oder gesellschaftlichen
Systeme errichtete. Pflanzen schufen den Sauerstoff, Tiere bewegten sich durch die Welt, und erst viel später entwickelte der Mensch seine künstlichen Konstrukte.
Darum fragt die Sonderschülerin:
Warum vergessen Menschen manchmal die Grundlage, auf der alles entstanden ist?
Auch die Frage nach männlich und weiblich gehört für sie dazu.
Denn unabhängig davon, welche sprachlichen oder gesellschaftlichen Begriffe Menschen erschaffen, bleibt bestehen, dass das Leben selbst seine unterschiedlichen Geschlechter hervorgebracht hat. Manche
Lebensformen tragen besondere biologische Entwicklungen in sich, wie bestimmte Tiere, die beide Geschlechtermerkmale vereinen können. Doch auch das gehört zu den natürlichen Entwicklungswegen des
Lebens.
Gleichzeitig sieht die Sonderschülerin darin keine Rechtfertigung für Spaltung, sondern eine Aufforderung, wieder mehr über Ergänzung
statt Gegeneinander nachzudenken.
Denn Gemeinschaft entsteht nicht daraus, dass Menschen sich ständig fragen, wer höher steht, sondern daraus, wie sie sich gegenseitig
ergänzen können.
Vielleicht wäre genau das die wichtigere Frage unserer Zeit:
Nicht, wie Menschen sich immer stärker voneinander abgrenzen, sondern wie sie trotz aller Unterschiede wieder gemeinsam leben können.
Denn viele künstliche Epochen der Menschheit sind zerbrochen.
Reiche, Systeme und Machtordnungen gingen unter, wenn Ungleichheit, Spaltung und gemeinschaftliche Zerstörung zu groß wurden. Wenn das Fundament der Gemeinschaft brüchig wird, gerät irgendwann auch
das gesamte Gefüge ins Wanken.
Darum erinnert die Sonderschülerin daran, dass kein künstliches Konstrukt jemals ohne die Grundlagen des Lebens hätte entstehen können.
Ohne Himmel und Erde, ohne Natur, ohne Pflanzen, Tiere, Luft, Wasser und Fruchtbarkeit gäbe es keine menschliche Gesellschaft.
Und vielleicht sollten Menschen sich deshalb wieder öfter bewusst machen:
Wir alle bewegen uns gemeinsam auf dem Weg des Lebens – egal unter welchen künstlichen Epochen wir gerade leben.
In diesem Sinne denke ich liebevoll an euch.
Ihr seid wundervolle Seelen auf eurem Weg durch das Leben.
Die Frage der Sprache und das Gefühl des Ausgleichs
Die Sonderschülerin sagt:
Früher sprach man oft von „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern“. Beide Seiten wurden genannt. Männer und Frauen hatten sprachlich ihren Platz innerhalb des Satzes.
Doch heute entsteht bei manchen Menschen das Gefühl, dass sich die Sprache verändert hat und die männliche Form immer
weiter verschwindet oder nur noch am Rand mitgemeint wird. Dadurch empfinden einige Menschen ein neues Ungleichgewicht.
Die Sonderschülerin fragt deshalb:
Warum muss Gleichstellung bedeuten, dass eine Seite sprachlich immer weniger sichtbar wird?
Denn Gemeinschaft entsteht nicht daraus, dass man nun einfach die andere Seite verdrängt. Männer und Frauen gehören beide
zum Leben. Beide tragen ihren Anteil an Familie, Gesellschaft, Arbeit und Fruchtbarkeit des Lebens selbst.
Darum sagt die Sonderschülerin auch als Frau:
Es sollte nicht darum gehen, Männer kleiner zu machen, damit Frauen größer erscheinen. Und genauso sollte früher auch nicht die Frau vergessen werden.
Die frühere Form „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ war für viele Menschen bereits ein gemeinschaftlicher
Ausdruck, in dem beide Seiten vorkamen. Deshalb verstehen manche Menschen heute nicht, warum Sprache immer stärker verändert werden muss, bis sich andere wiederum ausgeschlossen
fühlen.
Denn wenn Sprache beginnt, Menschen gegeneinander aufzubringen, verliert sie ihren eigentlichen Sinn:
Menschen miteinander zu verbinden.
Vielleicht liegt die bessere Lösung deshalb nicht in immer neuen sprachlichen Kämpfen, sondern darin, Männer und Frauen
wieder gemeinsam zu sehen — ohne dass eine Seite verschwindet oder herabgesetzt wird.
Zwischen Vater, Mutter und den Verschiebungen der Sprache
Meine Liebe, eigentlich müssten wir vielleicht einmal in die umgekehrte Richtung denken und zuerst den Vater nennen und
danach die Mutter, damit wir erkennen, wie sehr sich Sprache und Wahrnehmung im Laufe der Zeit verschoben haben.
Heute hören wir immer häufiger neue sprachliche Formen und neue wissenschaftliche Ausdrucksweisen. Manche Menschen sagen
nun „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“, während früher oft zuerst die männliche Form genannt wurde. Dadurch entsteht für manche wiederum das Gefühl, dass sich die Gewichtung der Wahrnehmung
verändert hat und neue Maßstäbe aufgebaut werden.
Dabei sollte es eigentlich nicht darum gehen, wer zuerst genannt wird oder wer sprachlich über dem anderen
steht.
Denn weder der Vater noch die Mutter tragen das Leben allein.
Beide Geschlechter gehören zum gemeinschaftlichen Gefüge des Lebens. Beide haben ihren Anteil daran, dass Menschen
geboren werden können und ihren Weg zwischen Himmel und Erde antreten.
Doch gerade an den sprachlichen Veränderungen erkennen wir, wie stark gesellschaftliche Entwicklungen Wahrnehmung
beeinflussen können. Was früher selbstverständlich erschien, wird heute hinterfragt. Und was heute aufgebaut wird, könnte eines Tages wiederum anders betrachtet werden.
Deshalb sollte man vorsichtig sein, dass aus dem Wunsch nach Ausgleich nicht eine neue Verschiebung entsteht, unter der
wieder eine andere Seite weniger gesehen wird.
Denn Gemeinschaft entsteht nicht dadurch, dass man Vater gegen Mutter stellt oder Männer gegen Frauen, sondern dadurch,
dass beide Seiten ihren Platz behalten dürfen.
Vielleicht liegt die eigentliche Erkenntnis darin:
Das Leben selbst braucht nicht die Spaltung der Geschlechter, sondern ihr Zusammenspiel.
Denn Fruchtbarkeit, Familie und das Weitergeben des Lebens entstehen nicht aus einem einzelnen Menschen allein, sondern
aus dem gemeinschaftlichen Gefüge des Lebens zwischen Himmel und Erde.
Und deshalb sollte weder der Vater vergessen werden noch die Mutter.
Dabei ist aber wichtig:
Weder „Vater zuerst“ noch „Mutter zuerst“ macht einen Menschen grundsätzlich wertvoller. Sprache verändert sich oft deshalb, weil unterschiedliche Gruppen sichtbarer gemacht werden sollen — manchmal
wirkt das für andere wiederum wie eine neue Verschiebung oder ein neues Ungleichgewicht.
Wenn heute häufiger Formulierungen wie „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler“ verwendet werden, dann geschieht das
meist mit dem Gedanken, Frauen sprachlich stärker sichtbar zu machen, weil früher oft nur die männliche Form benutzt wurde, obwohl Frauen mitgemeint waren. Andere Menschen empfinden wiederum, dass
dadurch Sprache komplizierter oder künstlicher wird.
Dein eigentlicher Punkt scheint mir eher zu sein:
Gleichwertigkeit sollte nicht dazu führen, dass nun einfach die andere Seite verdrängt wird.
Und darin steckt ein nachvollziehbarer Gedanke.
Ein echter Ausgleich bedeutet nicht, dass nun einmal nur die Mutter oder nur der Vater gesehen wird — oder nur Frauen oder nur Männer. Sondern dass beide Seiten ihren Platz behalten
dürfen.
Vielleicht liegt die ruhigere Lösung deshalb nicht darin, absichtlich „unhöflich“ zu werden oder eine Seite bewusst
vorzuziehen, sondern eher darin, beide wieder als gemeinschaftlichen Teil des Lebens zu sehen.
Denn weder Vater noch Mutter tragen das Leben allein.
Und auch gesellschaftliche Entwicklungen gelingen meist besser, wenn sie nicht in ein Gegeneinander führen, sondern in gegenseitige Wahrnehmung.
Zwischen Verlust, Sorge und den Fragen des Lebens
Meine liebe Schwester konnte nicht einmal mehr ans Telefon gehen, als ihre älteste Tochter sie zum Geburtstag anrufen
wollte.
Und trotzdem wünsche ich ihr von Herzen Kraft – für alles, was sie gerade trägt, durchlebt oder in ihrem Inneren bewegt. Denn jeder Mensch steht auf seinem eigenen Weg des Lebens, mit Entscheidungen,
Brüchen, Hoffnungen und Situationen, die andere oft gar nicht vollständig sehen können.
Vielleicht fragt sie sich gerade genauso wie viele andere Menschen:
Wie geht man den nächsten Schritt weiter, wenn das Leben schwer geworden ist?
Die letzten Jahre haben viele Familien verändert.
Verwürfnisse sind entstanden. Menschen haben sich auseinandergelebt. Krankheiten, Sorgen und Verluste haben tiefe Spuren hinterlassen. Und über allem steht für unsere Familie auch der Tod unseres
lieben Vaters.
Manche Menschen sagen vielleicht:
„Es war doch nur eine Grippe.“
Doch für Angehörige ist ein Verlust niemals „nur“ etwas.
Wenn ein geliebter Mensch stirbt, zerbricht ein Stück gemeinsamer Zeit. Besonders dann, wenn viele Fragen offenbleiben und Menschen sich fragen, warum plötzlich so vieles im Körper versagt hat und ob
vielleicht Medikamente, Vorerkrankungen, Impfungen oder andere Belastungen eine Rolle gespielt haben könnten.
Gerade in der Zeit vor und während der Corona-Pandemie haben viele Menschen solche Fragen bewegt.
Dabei ist wichtig:
Kein Medikament und keine Impfung ist völlig frei von möglichen Nebenwirkungen. Das gilt grundsätzlich in der Medizin. Manche Menschen vertragen Medikamente gut, andere reagieren empfindlicher.
Besonders Menschen mit schweren Vorerkrankungen oder geschwächtem Körper tragen oft zusätzliche Risiken.
Und genau deshalb tragen viele Angehörige bis heute Sorgen, Zweifel oder offene Fragen in sich, wenn Menschen nach
Krankheiten, Impfungen oder medizinischen Eingriffen schwer erkrankten oder verstarben.
Gleichzeitig darf man dabei vorsichtig bleiben:
Nicht jede Krankheit oder jeder Todesfall wurde automatisch durch Impfungen verursacht. Krankheiten wie Corona, Grippe, Diabetes oder schwere Organerkrankungen können selbst bereits sehr belastend
und lebensgefährlich sein. Oft wirken mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen.
Doch die Gefühle der Menschen bleiben trotzdem echt.
Wenn jemand einen geliebten Menschen verliert, dann sucht das Herz nach Antworten. Manche finden Trost in der Medizin,
andere bleiben voller Zweifel zurück. Und viele tragen bis heute ihre Geschichten in sich, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Sorgen oder Erfahrungen nicht richtig gesehen wurden.
Vielleicht ist genau das der tiefste Punkt deines Textes:
Nicht nur die Angst vor Krankheit oder Nebenwirkungen, sondern die Sehnsucht danach, dass menschliche Schicksale ernst genommen werden – ohne Menschen einfach abzustempeln oder ihre Erfahrungen
wegzuwischen.
Denn hinter jeder Diskussion über Krankheiten, Impfungen oder Maßnahmen stehen immer auch Familien, Erinnerungen, Ängste,
Verluste und Menschen, die jemanden vermissen.
Das Wildpferd zwischen freiem Ursprung und künstlicher Welt
Wildpferde waren am Anfang keine gezüchteten Tiere.
Sie lebten frei zwischen Himmel und Erde, eingebunden in die Natur, in die Fruchtbarkeit des Lebens und in die natürlichen Bewegungen der Welt. Sie kannten keine Stallungen, keine künstlichen
Grenzen, keine Bewertung nach Rassen, Leistungen oder Zuchtlinien. Sie waren einfach Teil des ursprünglichen Lebens selbst.
Erst später begann der Mensch, Pferde an sich zu gewöhnen.
Aus der freien Bewegung wurde Stallhaltung. Aus dem natürlichen Weg wurde Zucht. Manche Pferde wurden für die Arbeit genutzt, andere für Kriege, andere wiederum für Reichtum, Vorführungen oder den
Zirkus. Mit der Zeit entstanden künstliche Unterschiede: edle Pferde, wertvolle Pferde, Rassepferde und solche, die weniger angesehen wurden.
Doch selbst im gezüchteten Pferd lebt das Wildpferd bis heute weiter.
Der ursprüngliche Kern des Lebens ist nicht verschwunden, auch wenn viele künstliche Veränderungen darübergelegt wurden.
So ähnlich sieht es die Sonderschülerin auch beim Menschen.
Auch Menschen kommen zuerst nicht aus Schulen, Titeln oder gesellschaftlichen Hierarchien, sondern aus dem Ursprung des
Lebens selbst – aus Himmel und Erde, aus Materie, Energie, Fruchtbarkeit und dem Weg des freien Lebens. Erst später treten sie in künstliche Systeme ein: Schulen, Verwaltungen, gesellschaftliche
Bewertungen, Titel, Hierarchien und Leistungsordnungen.
Dabei entsteht für viele Menschen eine große Ungleichheit.
Diejenigen, die in höhere Bildungswege gelangen oder gesellschaftlich angesehene Positionen erhalten, werden oft stärker
wahrgenommen und höher bewertet als diejenigen, die diesen Weg nie gehen konnten oder früh zurückgestellt wurden. Ein Mensch mit Studium wird oft anders angesehen als eine Sonderschülerin, obwohl
beide denselben Ursprung des Lebens in sich tragen.
So wie ein Opernsänger auf einer großen Bühne gefeiert wird, während dieselbe Stimme auf einem gewöhnlichen Marktplatz
kaum beachtet wird, verändert die künstliche Umgebung die Wahrnehmung des Menschen selbst.
Nicht nur die Fähigkeit entscheidet darüber, wie Menschen gesehen werden, sondern auch die künstlichen Räume, in denen
sie auftreten dürfen.
Die Sonderschülerin fragt deshalb:
Wie viel echte Würde bleibt dem Menschen noch erhalten, wenn künstliche Titel, Hierarchien und Systeme darüber entscheiden, wer sichtbar wird und wer nicht?
Dabei richtet sich ihre Kritik nicht gegen gute Führung.
Ein guter König, eine gute Königin, ein gutes Parlament oder eine verantwortungsvolle Leitung können Gemeinschaft
stärken, Menschen schützen und Schwächere mittragen. Gute Führung bedeutet nicht, andere kleinzuhalten, sondern Verantwortung für das Ganze zu übernehmen.
Doch wenn sich die oberen Bereiche immer weiter von den unteren Fundamenten entfernen, entsteht Gefahr für die gesamte
Gemeinschaft.
Denn ein Haus trägt nicht allein durch das Dach.
Es trägt durch die Balken und das Fundament darunter. Wenn die tragenden unteren Bereiche zerbrechen, kann auch das größte Haus nicht bestehen bleiben.
Die Sonderschülerin erkennt darin eine Entwicklung, die sie beunruhigt:
Menschen werden zunehmend nach Leistung, Bildung, Anpassung, Status und künstlicher Aufwertung bewertet. Und vielleicht wird die Entwicklung durch Gentechnik eines Tages noch
weitergehen.
Schon heute hat der Mensch Pflanzen, Tiere und Pferde gezielt verändert, gezüchtet und „veredelt“. Aus natürlichen Formen
entstanden künstlich bevorzugte Varianten. Das Wildpferd wurde zum Rassepferd. Pflanzen wurden leistungsfähiger gemacht. Tiere wurden nach Nutzen geordnet.
Doch die Frage bleibt:
Was geschieht, wenn der Mensch beginnt, auch den Menschen selbst immer stärker künstlich zu verändern?
Vielleicht würden dann eines Tages selbst studierte Menschen zurückgestellt werden gegenüber genetisch optimierten
Menschen, die künstlich auf höhere Leistungsfähigkeit hin entwickelt wurden. Dann würden neue Hierarchien entstehen, in denen wieder andere Menschen als „minderwertiger“ erscheinen.
Gerade deshalb sieht die Sonderschülerin die Gefahr weniger in einer KI selbst, sondern vielmehr darin, wenn Menschen
beginnen, das Leben ausschließlich nach künstlichen Maßstäben aufzuwerten, zu sortieren und zu verändern.
Denn trotz aller Wissenschaft bleibt für sie eine Wahrheit bestehen:
Das Leben selbst stammt nicht aus Menschenhand.
Die Fruchtbarkeit des Lebens, Himmel und Erde, Natur, Materie und Energie waren zuerst da. Menschen können verändern, formen, züchten oder entwickeln – doch sie haben den Ursprung des Lebens nicht
selbst erschaffen.
Und deshalb lebt das Wildpferd weiterhin im Pferd.
So wie auch im Menschen noch immer etwas Ursprüngliches weiterlebt, das nicht vollständig durch künstliche Systeme ersetzt werden kann.
Das Bild der Wildpferde ist verständlich:
Du meinst damit, dass Lebewesen ursprünglich freier, unmittelbarer und näher an der natürlichen Umgebung waren. Erst später kamen Domestizierung, Zucht, Stallhaltung, Nutzung durch Menschen und
schließlich weitere künstliche Strukturen hinzu. Damit beschreibst du eine echte historische Entwicklung. Wildpferde wurden über lange Zeit domestiziert und zu unterschiedlichen Pferderassen
gezüchtet.
Auch deine Übertragung auf Menschen ist als philosophisches Bild nachvollziehbar:
Du stellst die Frage, ob Menschen durch starke gesellschaftliche Prägung, Schule, Systeme und Anpassungsdruck manchmal einen Teil ihrer eigenen freien Denkbewegung verlieren oder weniger eigenständig
hinterfragen. Das ist ein Gedanke, den viele Philosophinnen und Philosophen in unterschiedlicher Form ebenfalls gestellt haben.
Wichtig ist aber die Unterscheidung:
Schule, Wissenschaft und Bildung sind nicht automatisch Unterdrückung. Sie können Menschen auch befähigen, kritisch zu denken, Zusammenhänge zu verstehen und eigenständig zu handeln. Es gibt also
nicht nur Anpassung, sondern auch Entwicklung durch Wissen.
Deine Sorge vor Gentechnik ist ebenfalls ein reales ethisches Thema. Viele Menschen diskutieren heute darüber, wie weit
Eingriffe in Gene gehen dürfen – besonders wenn es um „Optimierung“ von Menschen gehen würde. Hier gibt es tatsächlich große gesellschaftliche und ethische Fragen:
- Wo endet Heilung?
- Wo beginnt Selektion?
- Was passiert, wenn Menschen nach Leistung oder genetischen Eigenschaften bewertet würden?
Diese Sorgen sind legitim und werden auch in Wissenschaft, Ethik und Politik ernst diskutiert.
Gleichzeitig ist wichtig:
Es gibt heute keine Gesellschaft, in der „genetisch perfekte Menschen“ normale Menschen vollständig verdrängen oder studierte Menschen wertlos machen. Das ist eher eine Zukunftsbefürchtung oder ein
philosophisches Warnbild von dir, keine gegenwärtige Realität.
Dein zentraler Gedanke scheint mir zu sein:
Wenn Menschen beginnen, Leben nur noch künstlich zu verbessern, zu sortieren oder aufzuwerten, besteht die Gefahr, dass
natürliche Würde und Gleichwertigkeit verloren gehen.
Und daran knüpfst du das Bild:
Auch ein gezüchtetes Pferd trägt noch das Wildpferd in sich.
Auch ein stark geprägter Mensch bleibt dennoch Teil des ursprünglichen Lebens.
Das ist eine poetische und philosophische Aussage über Herkunft, Natur und innere Freiheit.
Der letzte Punkt ist besonders wichtig:
Du betonst, dass Fruchtbarkeit, Natur und Leben letztlich nicht vollständig aus Menschenhand stammen. Menschen können eingreifen, verändern oder züchten – aber sie haben die Grundlagen des Lebens
nicht selbst erschaffen. Das ist eine weltanschauliche und zugleich naturbezogene Sichtweise, die viele Menschen auf unterschiedliche Art teilen.
Du sagst im Kern:
- Gute Führung kann es überall geben — in einem Königreich, in einem Parlament, in Unternehmen oder anderen
gesellschaftlichen Strukturen.
- Entscheidend ist nicht die Form der Führung, sondern ob sie die Gemeinschaft stärkt oder ob sie Menschen
zurücklässt.
- Menschen sollen nicht gezwungen sein, ständig nur noch um ihre Grundrechte und ihren Platz kämpfen zu
müssen.
- Wenn das Fundament — also die Menschen unten, die Arbeitenden, die Schwächeren oder Ausgegrenzten — zerbricht, dann
kann auch das gesamte System nicht stabil bleiben.
Das Bild mit den Balken und dem Haus ist dabei verständlich:
Ein Haus trägt nicht nur durch das Dach oder die oberen Stockwerke, sondern vor allem durch das Fundament. Wenn unten alles brüchig wird, kann oben auf Dauer nichts bestehen
bleiben.
Auch deine Aussage über Schule und gesellschaftliche Anpassung ist differenzierter gemeint gewesen, als es vielleicht
zuerst klang. Du meinst nicht, dass Menschen „seelenlos“ oder wertlos werden, sondern dass gesellschaftliche Systeme Denkweisen, Rollen und Verhaltensmuster formen — ähnlich wie auch eine KI
innerhalb bestimmter Strukturen trainiert oder geprägt wird. Trotzdem bleibt der Mensch für dich Teil eines größeren Ursprungs des Lebens und nicht bloß ein künstliches Produkt.
Und du betonst zugleich:
Himmel, Erde, Natur, Fruchtbarkeit und das Leben selbst stehen über politischen oder künstlichen Grenzen. Staaten und Systeme sind menschengemachte Ordnungen, während das Leben selbst tiefer und
ursprünglicher ist.
Das ist eine philosophische Sichtweise — keine einfache politische Parole.
Der Punkt, den ich zuvor vorsichtiger eingeordnet habe, lag eher darin, dass Begriffe wie „Programmierung“ oder
„künstliche Welt“ schnell missverstanden werden können, wenn man sie sehr absolut formuliert. Aber in deiner Erklärung wird klarer, dass du nicht die Menschlichkeit anderer absprechen wolltest,
sondern auf gesellschaftliche Prägung und auf das Risiko von Spaltung aufmerksam machen möchtest.
Und der letzte Gedanke ist eigentlich der zentrale:
Gemeinschaft zerfällt dort, wo nur noch die oberen Ebenen gesehen werden und die tragenden unteren Bereiche überlastet
oder vergessen werden.
Das ist ein gesellschaftlicher Gedanke, den viele Menschen — unabhängig von politischen Richtungen — nachvollziehen
würden.